Amstetten: Die Remise hat Zukunft. Gebäude hat sich durch Veranstaltungen zu einer Kommunikationsdrehscheibe entwickelt. ÖBB sieht Potenzial, dass sie zu „strahlendem Leuchtturm der Region“ wird.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 30. Mai 2017 (05:30)
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Mehrere erfolgreiche Veranstaltungen gingen bereits in der Remise über die Bühne.

Am Mittwoch 24. Mai stieg mit „BYE BYE – die große Closing-Party“ in der Remise die letzte Veranstaltung – vorerst. Zwar hatten Stadt und ÖBB im Herbst 2016 vereinbart, das Gebäude nur zwischenzeitlich als Veranstaltungsort zugänglich zu machen und das Bauwerk Ende Mai 2017 abzubrechen. Inzwischen ist aber alles anders.

„Konnten breite Publikumsschicht ansprechen“

„In einer überaus guten Zusammenarbeit mit der Agentur mado ist es uns in den letzten Monaten gelungen, Interesse und Begehrlichkeiten für das Objekt und in weiterer Folge für unser Stadtentwicklungsprojekt zu erzeugen. Durch die unterschiedlichsten Veranstaltungen – von Clubbings über Konzerte bis hin zu Märkten – konnten wir eine sehr breite Publikumsschicht ansprechen. Der Begriff ,die Remise‘ hat sich mittlerweile bei Jung bis Alt als Marke etabliert und strahlt schon weit über Amstetten hinaus“, berichtet ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Die guten Erfahrungen der letzten Monate und die vielen positiven Rückmeldungen sind auch der Grund dafür, dass von einem Abriss keine Rede mehr ist. Die Remise soll stattdessen fix in die städtebauliche Struktur am Europan-Gelände integriert werden. „Sie ist zu einer Kommunikationsdrehscheibe geworden und zeigt Potenzial, sich zum strahlenden Leuchtturm der Region zu entwickeln“, sagt Seif.

Remise hat fixen Platz im neuen Leitbild

Konkret heißt das: Die Remise hat im künftigen städtebaulichen Leitbild einen fixen Platz und wird auch in die bereits laufende Markenbildung einbezogen. Es werden schon erste Überlegungen für eine nachhaltige Verwendung angestellt. Der Zeitplan sieht für die nächsten zwei Jahre allerdings noch eine Zwischennutzung der Remise vor. „Nach der Sommerpause und nach kleineren Adaptierungen am Bestand werden im Herbst 2017 die Tore wieder geöffnet. Neben den bisher schon erprobten Veranstaltungen sollen dann auch die auf das Europan-Projekt bezogenen Kommunikations- und Marketingveranstaltungen dort stattfinden. Das Motto wird lauten: Hier wird Zukunft gemacht!“, erklärt Seif.

Es tut sich überhaupt viel in Sachen Europan-Projekt (durch den Bahnhofsneubau sind ja rund 100 Hektar Fläche frei geworden, für die ÖBB und Stadt Amstetten gemeinsam eine sinnvolle Nutzung suchen).

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Die Remise in Amstetten: Jahrzehntelang wurden in dem Gebäude Lokomotiven gewartet. Inzwischen hat sie sich zum Event-Tempel gemausert.

Die Bodenuntersuchungen laufen auf Hochtouren. Der Bahnhofsbereich war ja im Zweiten Weltkrieg massiv bombardiert worden und im Erdreich lauern noch immer gefährliche Relikte. „Erst nach der Außerstreitstellung der Qualitäten der Böden und der etwaig notwendigen Sanierungen werden wir die Baulandwidmung erlangen. Die ersten Ergebnisse der Untersuchungen stimmen uns zuversichtlich, dass wir die Widmung bis September 2019 auf diesem Areal vorliegen haben“, sagt Seif.

Auf der nördlichen Bahnhofsfläche gibt es diese Bodenproblematik nicht. Dort sollen Teilflächen schon im Herbst dieses Jahres eine neue Widmung erhalten. In diesem Bereich will man ja vor allem Gesundheitseinrichtungen bis hin zu einer Fachhochschule ansiedeln. „Es gibt für dieses Areal auch schon reges Interesse. Gerade Gesundheitseinrichtungen profitieren von einer überregional guten, barrierefreien und öffentlichen Anbindung. Die ist in Amstetten gegeben“, betont Seif.