Erstellt am 28. Mai 2015, 06:15

„Kein Ankommen ohne Innehalten“. Folge V / Vizebürgermeisterin Genoveva Leitner über ihre Beziehung zum Sonntagberg.

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Als gebürtige Lunzerin führten mich die Wallfahrten mit den Eltern und meinen vier Geschwistern fast ausschließlich nach Mariazell und hin und wieder nach Maria Taferl. Erst, als ich meinen Mann kennenlernte, machte ich meine erste, für mein späteres Leben eindrucksvolle Begegnung mit dem Sonntagberg.

Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für unser geplantes Eigenheim verließen wir das Obere Ybbstal. Zur Auswahl standen Grundstücke zwischen Waidhofen und Melk, doch als ich zum ersten Mal von der Nellingsiedlung auf den gegenüberliegenden Sonntagberg mit seiner imposanten Basilika blickte, war der Entschluss gefasst. Diese beeindruckende Sicht auf das Wahrzeichen des Mostviertels faszinierte mich, und die Entscheidung, mit meiner Familie hier zu leben und zu wohnen, war gefallen.

In den 40 Jahren als Sonntagberger Gemeindebürgerin wurde die emotionale Bindung zum Sonntagberg, zur Basilika immer stärker. Zu jeder Jahreszeit, aber ganz besonders zu den Hochfesten wie am Dreifaltigkeitssonntag und am Michaelitag im Herbst, wandert die ganze Familie meist über den Wanglsteig hinauf, um „dem Himmel näher zu sein“.

Für mich ist der Aufstieg zum Mons Salvatoris immer wieder ein Erlebnis und das Gehen wird, je näher ich dem Ziel komme, immer leichter. Hinter mir der Lärm der Betriebsamkeit, um mich herum Vogelgezwitscher, der Duft der Erde, und vor mir das nahende Ziel – die barocke Wallfahrtskirche.

Kein Ankommen ohne Innehalten im prunkvollen und kühlen Kircheninneren, Ruhe und Geborgenheit finden im Gebet vor dem Hochaltar, Aufschauen zu den Fresken von Daniel Gran, die mich jedes Mal von Neuem Details entdecken lassen, überwältigt von der Kunst und tief berührt von der Kraft, die dem Heiligsten entströmt.

Eine besondere Ehre und Freude ist für mich, am Projekt für den Sonntagberg als Mitglied des Vereins „Basilika Sonntagberg“ mitarbeiten und mitgestalten zu dürfen. Dem Himmel näher – das ist mein Sonntagberg.

In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort. Wer seine Geschichte zum Sonntagberg ebenfalls in der NÖN erzählen möchte, kann sich unter redaktion.ybbstal@noen.at oder unter 07442/52202 melden.


Nächster Termin

Am Dreifaltigkeitssonntag, 31. Mai, zelebriert Abt Petrus Pilsinger um 9.15 Uhr in der Basilika am Sonntagberg einen Festgottesdienst. Im Anschluss wird über die ersten Renovierungsaktivitäten am Sonntagberg berichtet. Danach wird zum traditionellen Kirtag geladen.

Bisherige Artikel der Serie: