Amstettner SPÖ kündigt Widerstand gegen Badpläne an. Das Konzept von ÖVP und Grünen für die Neugestaltung der Freiflächen beim Amstettner Bad stößt bei der SPÖ auf Ablehnung.

Von Red. Amstetten. Update am 25. April 2021 (14:55)
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"Für uns ist klar: Pläne, bei denen die Erlebnisbecken, die Rutschen, der Sprungturm und auch der Schwimmteich ersatzlos weggerissen werden, sind nicht im Interesse der Menschen in Amstetten. Das ist weder durchdacht, noch auf die Bedürfnisse der Bürger abgestimmt. Wir setzen uns für ein attraktives Naturbad ein, das für alle Generationen, für Familien und auch für die Jugend attraktiv ist", sagt Stadtrat Bernhard Wagner.

Vizebürgermeister Gerhard Riegler fordert, das Badprojekt der Vorgängerregierung umzusetzen.
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Alle die im Freien baden wollten künftig zur Ybbs zu schicken ist auch für SP-Vizebürgermeister Gerhard Riegler keine Alternative, zumal das Ybbsareal jetzt schon stark frequentiert sei. "Das heißt, das die Belastung für das Natura 2000-Schutzgebiet deutlich zunehmen wird. Bei höherer Auslastung kommt es aber natürlich auch zu mehr Umweltbelastung und mehr Gefahrenquellen." 

Die SPÖ pocht auf das Projekt, das noch unter der alten Stadtregierung ausgearbeitet wurde. „Mit etwas gutem Willen könnte man das sicher stemmen. Dazu gehören  ein rascher Ausbau der Sauna, ein zusätzliches Schwimmbecken im Hallenbad sowie die Modernisierung des bestehenden Angebots“, erklärt SP-Klubsprecher Helfried Blutsch.

Die Sozialdemokraten haben auch schon eine online-Petition zum Erhalt des Freibades gestartet. Näheres dazu: https://www.facebook.com/spoestadtamstetten/

ÖVP empört über SPÖ-Vorwürfe

Gereizt reagiert ÖVP-Fraktionsobmann Markus Brandstetter auf die Aussagen der SPÖ-Politiker, denn es seien die Sozialdemokraten gewesen, die der jetzigen Regierung mit dem Bad ein schweres Erbe hinterlassen hätten. "Drei Rutschen und ein Sprungturm werden seitens des TÜV nach dieser Saison keine Freigabe mehr bekommen und müssten ohnehin spätestens 2022 abgerissen werden. Das Hallenbad selbst wird von Experten statisch als bedenklich und abbruchreif eingestuft - nach nur 20 Jahren Betriebszeit. Und der Badeteich kostete tausende Liter wertvolles Amstettner Trinkwasser, weil er lange Zeit undicht war", listet Brandstetter die Mängel auf.

Dass die SPÖ nach Bekanntwerden des schwarzgrünen Konzepts sofort eine Negativkampagne starte, noch bevor ein Planer das Vorhaben prüfen konnte, wertet Brandstetter für demokratiepolitisch bedenklich. Und der ÖVP-Fraktionsobmann weist darauf hin, dass das von der SPÖ geforderte "Luxusprojekt um 25 Millionen Euro nicht einmal längerfristig ein Sportbecken im Freien vorsieht. Es geh der SPÖ nur darum, das Projekt der Stadtführung schlecht zu reden."

Grüne: SPÖ verbreitet Fehlinformationen

Für Grünen-Vize Dominic Hörlezeder „verbreitet die SPÖ Fehlinformationen und spielt mit den Emotionen der Menschen. Im Unterschied zu den alten Plänen der SPÖ beinhaltet unsere Variante der Neuplanung auch eine Erneuerung des Außenbereichs, der leider ebenso desolat ist.“ Für die Rutschen müsse man schon heuer um das TÜV-Zertifikat zittern, der Sprungturm sei seit Jahren gesperrt und der Naturteich habe kaum je funktioniert. „Machen wir also ein Naturbad, das den Namen verdient, verknüpft mit einem riesigen Freizeitareal mit diversen Sport- und Spielmöglichkeiten – und das kostenlos und schließen wir jetzt sofort an die Ybbs an. Im dritten Bauabschnitt ist ohnehin ein 50-Meter-Außenbecken in Planung“, sagt Hörlezeder.

Heiß diskutiert wird das Thema bereits auf den sozialen Netzwerken. Kritisiert wird von Bürgern auch dort vor allem, dass es in den nächsten Jahren im Freibereich kein Becken geben wird und die Rutschen überhaupt wegkommen. Der Zugang zur Ybbs scheint vor allem für Familien mit kleinen Kindern kein Ersatz für ein Kinderbecken am Gelände, auch wegen der Wassertemperatur des Flusses und der Strömung. Die Kommentare reichen von emotionalen Ausdrücken wie "Schnapsidee" über  konstruktive Vorschläge wie der Außenbereich den gestaltet werden soll, bis hin zu parteipolitischem Geplänkel. 

Und auch eine „Bürgerplattform gegen den Abriss des Freibades“ hat sich schon gebildet. Initiatorin Claudia Kern will, dass das Freibad erhalten bleibt, und sich bei der Suche nach Alternativen einbringen. Mitstreiter sind willkommen:
www.rettetdasfreibadamstetten.at 

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