Erstellt am 15. Juni 2015, 10:00

von Hermann Knapp

Kein Feuerwerk: Ärger über Amtsschimmel. Himmel über Amstetten bleibt am 2. Juli dunkel. Citymanagerin und Pyro-Experte fühlen sich an der Nase herumgeführt.

Das große Feuerwerk zum Abschluss war immer das besondere Highlight der Einkaufsnacht. Doch auch heuer konnte leider kein geeigneter Abschussplatz gefunden werden. Foto: Schoder  |  NOEN, Schoder
Das Feuerwerk war jahrelang der krönende Abschluss der Einkaufsnacht. Im Vorjahr fiel es mangels geeignetem Abschussplatz aus und auch heuer werden die Besucher am 2. Juli vergeblich darauf hoffen.

Hauger: „Der Rathausturm war oft im Weg“

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„Wir haben gemeinsam mit der Firma Firestorms versucht Abschussplätze in Amstetten zu finden und uns sieben näher angesehen. Teils wurden sogar Probeschüsse gemacht. Allerdings stellte sich meist heraus, dass die Sicht vom Hauptplatz auf das Feuerwerk nicht gut genug gewesen wäre. Der Rathausturm war oft im Weg“, sagt Citymanagerin Sabine Hauger.

Ein Standort schien dann aber doch geeignet: der Parkplatz in der Eggersdorferstraße gegenüber des Schnitzelplatzls. „Die Pyrotechnikfirma hat daraufhin einen Antrag bei der Bezirkshauptmannschaft gestellt und wir haben schon im Vorfeld das Einverständnis der Stadt und der ÖBB eingeholt. Auch die Sperre der Straße für den Zeitraum des Feuerwerks wäre kein Problem gewesen“, berichtet Hauger.

Am 18. Mai habe es dann eine erste Besprechung mit dem Sachverständigen des Landes gegeben. Dieser habe dabei Bedenken wegen der Personenzüge geäußert. „Wir haben daraufhin mit den ÖBB gesprochen, die haben uns ein Zeitfenster zwischen 22.11 Uhr und 22.30 Uhr genannt. In engem Kontakt mit der Fahrdienstleitung wäre es an diesem Abend sogar möglich gewesen, auch noch ein Zeitfenster für Güterzüge zu finden.“

Doch kaum habe man dieses Problem gelöst, habe der Sachverständige eine Schutzzone von 60 Metern um den Abschussplatz gefordert. „Das bedeutete, dass vier weitere Längsparkplätze gesperrt werden mussten. Wiederum haben wir die Polizei kontaktiert und auch dafür hätten wir grünes Licht bekommen.“

Schutzzone von 100 Metern nicht machbar

Daraufhin habe der Sachverständige die geforderte Schutzzone aber plötzlich auf 100 Meter erweitert. „Und das ist nicht mehr machbar, denn in diesem Bereich liegt dann auch die Tankstelle beim Kreisverkehr Grubergarage“, bedauert Hauger.

Was den Vertreter der Firma Firestorms und die Citymanagerin so erzürnt, ist nicht einmal so sehr der Umstand, dass das Feuerwerk nicht genehmigt wurde. Sie fühlen sich aber vom Sachverständigen an der Nase herumgeführt. „Er hat uns unnötig hingehalten. Er wollte das Feuerwerk ganz offensichtlich nicht genehmigen. Das hätte er aber schon am 18. Mai sagen können, dann wäre die Sache erledigt gewesen und wir hätten uns vielleicht noch irgendein anderes Event als Alternative überlegen können. Dafür ist jetzt aber natürlich die Zeit zu knapp.“

Auf Anfrage der für Pyrotechnik zuständigen Abteilung beim Land wurden die NÖN an die Bezirkshauptmannschaft verwiesen, die letztlich den abschlägigen Bescheid ausstellt.

„Ich kann nicht beurteilen, was da in direkten Kontakten zwischen Antragsteller und Sachverständigem gesprochen wurde. Ich muss mich an das Gutachten halten, das mir vorliegt und das lässt die Genehmigung eines Feuerwerks an diesem Standort leider nicht zu“, sagt Bezirkshauptmann Martina Gerersdorfer.