Arztsuche in St. Georgen verlief bisher erfolglos. Trotz intensiver Suche nach einem Nachfolger von Werner Schwarzecker wird die Praxis am 1. Juli geschlossen bleiben.

Von Peter Führer. Erstellt am 28. Mai 2019 (03:44)
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Bei der Besprechung der weiteren Vorgangsweise für die Arztsuche (von links): Vizebürgermeisterin Gerlinde Fink (ÖVP), Gemeinderat Christopher Schön (FPÖ), Gemeinderat Helmut Riedler (parteilos), Bürgermeister Christoph Haselsteiner (ÖVP), geschäftsführender Gemeinderat Richard Rafetzeder (SPÖ), Gemeinderat Elmar Starzer (SPÖ) und geschäftsführender Gemeinderat Georg Hahn (ÖVP).
Gemeinde

Wie die NÖN berichtete, sucht man in der Marktgemeinde intensiv nach einem neuen Arzt, der Werner Schwarzecker nachfolgen kann. Dieser tritt mit 1. Juli in den Ruhestand. Doch bisher verliefen alle Bemühungen erfolglos. „Wir haben ab 1. April zahlreiche Stellenausschreibungen in regionalen und überregionalen Medien und Fachzeitungen wie der Österreichischen Ärztezeitung sowie online inseriert. Alles in allem sind wir auf eine Auflage von 1,3 Millionen gekommen. Doch leider hat sich auf die vielen Inserate kein einziger Arzt oder Ärztin gemeldet“, zieht Bürgermeister Christoph Haselsteiner Zwischenbilanz. Auch weitere Gespräche mit Medizinern, zu denen es über Kontakte kam, hätten keine Lösung gebracht.

Man werde zwar weiterhin alles daran setzen, in den nächsten Monaten einen Nachfolger präsentieren zu können, doch ab 1. Juli wird die Praxis aller Voraussicht nach geschlossen bleiben. Um weitere Möglichkeiten zu diskutieren und herauszufinden, wie man die Attraktivität der Ordination steigern kann, lud man vor Kurzem die in St. Georgen wohnhaften Ärzte zu einem Gespräch. „Der Tenor dabei war, dass es schlicht und einfach nicht leicht ist, eine Kassenstelle nachzubesetzen. Das Einzige, was man als Gemeinde machen kann, ist, die Rahmenbedingungen so gut wie möglich zu gesatalten. Das Fehlen einer Hausapotheke ist zwar auch ein Faktor, aber wir haben ganz einfach einen Ärztemangel. Unter anderem deshalb, weil die Ausbildung zum Allgemeinmediziner im Vergleich zu jener zum Facharzt weniger attraktiv ist“, führt Haselsteiner weiter aus.

„Das Fehlen einer Hausapotheke ist zwar auch ein Faktor, aber wir haben ganz einfach einen Ärztemangel. St. Georgens Ortschef Christoph Haselsteiner

Er wünscht sich, dass es in naher Zukunft Reformen gibt. Vor allem der Niederösterreichische Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) des Landes Niederösterreich, die Ärztekammer, die Krankenkasse und der Bund (bezüglich der Ausbildung) müssten an einer gemeinsamen Lösung arbeiten. „Das Ganze betrifft ja nicht nur St. Georgen, sondern viele weitere Gemeinden in der Umgebung. Auch in den nächsten Jahren“, erklärt Haselsteiner. Es brauche eine zeitnahe Lösung und der Ärztemangel mache es künftig schwierig, dass es in jeder Gemeinde einen Allgemeinmediziner gibt. „Vielleicht muss man da auch so offen sein, dass in einer Gemeinde etwa ein Arzt für zwei Gemeinden zuständig ist“, führt er aus.

Weil es somit ab 1. Juli dieses Jahres in St. Georgen – zumindest für die nahe Zukunft – keinen Arzt mehr geben wird, muss die Bevölkerung auf andere Allgemeinmediziner in der Umgebung ausweichen. Totenbeschau und die Schuluntersuchungen werden ebenfalls von anderen Ärzten übernommen.

„Es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen und es sind alle Seiten gefordert, dass wir einen Nachfolger finden können. Der gesamte Gemeinderat zieht hier an einem Strang“, sagt der St. Georgner Bürgermeister.