Kind zu spät aus dem Bus gelassen. Eltern aus Mauer baten Ortsvorsteher Manuel Scherscher um Intervention beim VOR.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 17. Oktober 2020 (06:09)
Beschwerden gibt es von Eltern über die Linie 645 von Amstetten nach Gleiß und retour. Ein Elfjähriger konnte statt in Waldheim erst in Höf den Bus verlassen.
Kovacs

Ortsvorsteher Manuel Scherscher ist im Augenblick gar nicht gut auf den Verkehrsverbund Ostregion zu sprechen. „Es gibt immer wieder Probleme bei Schülern, die mit der Linie 645 zur Mittelschule Gleiß und zurück pendeln. Kürzlich hat mich eine Mutter verzweifelt angerufen, weil ihr Kind nicht zur vorgesehenen Zeit nach Hause kam“, berichtet der VP-Politiker.

Offenbar hat der Busfahrer den Elfjährigen statt in Waldheim erst bei der vier Kilometer entfernten Haltstelle Höf aussteigen lassen. „Ich finde es höchst unverantwortlich und nicht zu rechtfertigen wenn Kinder buchstäblich im Regen stehen gelassen oder fern von zu Hause, wo sie sich nicht auskennen, aus dem Bus geworfen werden. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass Kinder zu Mittag in Gleiss nicht mitgenommen werden. Die Schule sieht sich da anscheinend auch nicht in der Pflicht. Ich fordere den VOR und die Schulleitung auf, tätig zu werden.“ Scherscher berichtet auch über Beschwerden von Eltern, dass die Busse, trotz Corona, überfüllt sind.

VOR-Pressesprecherin Christine Bachmaier bestätigt den Eingang einer Beschwerde. Man habe daher auch sofort mit der Postbus-GmbH gesprochen, die diese Linie betreibe. „Es wurde uns versprochen, dass die Fahrer hinsichtlich Haltewünschen der Kinder noch einmal sensibilisiert werden, auch wenn diese vielleicht zu spät den Halte-Knopf drücken. Es war bestimmt keine böse Absicht des Buslenkers“, erklärt sie.

Ausnahme bei der Mindestabstandsregel

Bezüglich der Beschwerden über zu wenig Abstand in den Bussen weist der VOR darauf hin, dass öffentliche Verkehrsmittel von der Corona-Mindestabstandsregel ausgenommen sind, wenn diese aus Kapazitätsgründen nicht eingehalten werden kann. „Wir haben leider nicht uneingeschränkt Busse und Fahrer zur Verfügung. Gerade zu den Spitzenzeiten ist alles Personal und Busmaterial im Einsatz. Wir reagieren, so weit wie möglich auf Kapazitätsbeschwerden, aber das ist nicht immer möglich“, sagt Bachmaier. Wichtig sei daheri das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.