Kollmitzberger Kirtag abgesagt. Eingeschränkte Versorgungsmöglichkeiten für die Besucher sind Hauptgrund für die Absage. "Wir wollen nicht zum Superspreading-Event werden", betont Bürgermeister Hannes Pressl.

Von Peter Führer. Erstellt am 22. Juli 2020 (09:36)
Ein Bild aus schöneren Tagen: Im Vorjahr lockte der Kollmitzberger Kirtag 30.000 Besucher an. Heuer wird es die Veranstaltung nicht geben.
Otmar Gartler/Archiv

Heuer wird es am Kollmitzberg keinen Kirtag geben. Nach umfangreichen Überlegungen hat sich das Kirtagskomitee für eine Absage der beliebten und traditionellen Veranstaltung entschieden. Besonders hart trifft die Absage natürlich Marktstandler und Gastrozulieferer. Für sie führt das zu einem weiteren wirtschaftlichen Schaden in einer ohnehin schon herausfordernden Zeit. 

Als Hauptgrund führt Bürgermeister Hannes Pressl an, dass die Corona-Regeln nur einen Jahrmarkt ohne Festzeltbetrieb ermöglicht hätten. Bei der Versorgung der Gäste hätte man große Schwierigkeiten gehabt. „Man kann maximal 200 Personen ohne fixe Sitzplätze pro Versorgungseinheit bewirten, das ist natürlich ein großes Problem. Auch wenn man an die Eigenverantwortung appelliert, ist eine Herausforderung. Wenn da nur einer das Ganze sehr locker auslegt, ist das für den Kirtag schon ein Problem. Wir wollen nicht zum Superspreading-Event werden “, führt der Ortschef aus.  

Alternative Konzepte waren kein Thema mehr

Dazu komme, dass durch die mit der Pandemie verbundenen Schwierigkeiten die Motivation der freiwilligen Helfer leide. Schließlich hat sich eine ganz deutliche Mehrheit des Komitees für diesen Schritt ausgesprochen. „Alternative Konzepte, die in den letzten Wochen dazu erarbeitet wurden, standen letztlich gar nicht mehr zur Diskussion, weil vor allem die Sorge, dass man mit dem Kirtag – auch in verkleinerter Form – zu einer Superspreader-Veranstaltung werden könnte, bei den Vertretern der Kollmitzberger Vereine und bei den Kolllmitzberger Gemeinderäten, stellvertretend für die ortsansässige Bevölkerung, letztlich zu groß waren. Und wenn man nur einen halben Kirtag macht, wenn es nur Standl-Versorgung gib, dann leidet das Markenbild des Kirtages. Das ist dann nicht mehr der Kirtag, den man kennt“, erklärt Pressl. 

Die Frage, wie es 2021 weitergehen soll, ist derzeit noch offen. Das 20-köpfige Kirtagskomitee hat den Willen bekundet, die Veranstaltung im nächsten Jahr durchzuführen. Pressl selbst zeigt sich hingegen skeptisch darüber, ob es Veranstaltungen in einem derartigen Größenausmaß allzu bald wieder geben wird. „Zum einen ist es die Sorge der Menschen vor Corona, die solche Traditionen, wo Leute intensiv zusammenkommen, unmöglich macht. Zum anderen ist es aber auch die Sorge der Verantwortlichen, etwas ‚falsch‘ zu machen und dafür zur Verantwortung gezogen zu werden und drittens ist es noch das 'Fehlen' alternativer Konzepte, die einerseits alle an der Veranstaltung Beteiligten 'begeistern' und andererseits die besondere Stimmung und das Flair eines Kirtages ermöglichen“, äußert sich der Ortschef zur Thematik.  

Man habe sich jedoch offen gelassen, ob am Kirtagswochenende (26. und 27. September) nicht zumindest eine kleinere Veranstaltung, etwa ein kleinerer, regionaler Markt, durchgeführt wird.