Ein Mann der leisen Töne. Ingrid Vogl über das nahende Ende einer großen Sportkarriere.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 25. August 2014 (09:20)

Als fünffacher Gewinner des Gesamtweltcups ist Kilian Fischhuber der erfolgreichste Sportler der Region und der einzige Kletterer weltweit, dem dieses Kunststück gelungen ist. In seiner Sportart ist der Waidhofner ein absoluter Topstar, aber auch ein Sportler, dem Starallüren immer fremd waren.

Nach Ausreden suchte er nie, auch wenn ein Wettkampf einmal nicht nach Wunsch verlief. Wie etwa die WM in München am Wochenende. Eine angeschlagene Schulter, die immer noch zwickte und ein hartnäckiges Virus, das ihn für eine Woche außer Gefecht gesetzt hatte, ließ er nicht als Erklärung für den – für ihn enttäuschenden – elften Platz gelten.

Große Töne spuckte Fischhuber nie, auch wenn man ihm das bei seinen Erfolgen oftmals gar nicht hätte verdenken können. Viel Aufsehen macht der Ybbstaler nun auch nicht um den nahenden Abschied von der großen Kletterbühne.

Dass er seine Karriere bald beenden könnte, möchte Fischhuber nicht groß hinausposaunen. Sollte die Motivation im nächsten Frühjahr noch groß genug sein, dann wird der Wahl-Tiroler auch noch bei einigen Weltcups auftauchen oder versuchen, seinen EM-Titel zu verteidigen. Beweisen muss er aber nichts mehr. Nicht sich selbst und auch niemandem anderen. Fehlen wird er aber sicher.