Im Grunde rücktrittsreif. Hermann Knapp über die verbale Entgleisung eines FP-Mandatars in Amstetten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. Mai 2015 (09:36)

In einer hitzigen Debatte hat FP-Mandatar Manuel Ingerl SP-Gemeinderat Franz Dangl als „Obmann der Privat-Stasi“ in Amstetten bezeichnet. Grund dafür war, dass Dangl in Facebook auf ein fragwürdiges Posting Ingerls gestoßen war.



Der junge FP-Gemeinderat hat die Partei mit seinem Ausbruch in eine schwierige Situation gebracht. Denn wer Rapper Nazar (völlig zu Recht) wegen seiner Verbal-Attacke auf HC Strache kritisiert, darf auch solch eine Entgleisung in den eigenen Reihen nicht dulden.

Die Stasi war bekanntlich der Geheimdienst der DDR, zu dessen Mitteln Bespitzelung, Erniedrigung, Stigmatisierung und Diskreditierung gehörten. Jemanden als Mitglied einer „Privatstasi“ zu bezeichnen ist daher eine sehr ernste Anschuldigung. Sie könnte, sollte Dangl klagen, durchaus ein gerichtliches Nachspiel haben.

Ingerls Aussage einfach mit politischer Unerfahrenheit und Hitzköpfigkeit zu entschuldigen, reicht nicht. Denn: Wer ein öffentliches Amt übernimmt, der muss wissen, was er tut und sagt. Im Grunde ist der FP-Mandatar rücktrittsreif!