Armutszeugnis der Grünen. Hermann Knapp über die dünne Personaldecke kleiner Listen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 17. Juli 2018 (04:53)

In Biberbach bleiben künftig zwei Gemeinderatssitze leer. Die Grünpolitiker Herbert Hörndler und Harald Ritt haben ihre Mandate zurückgelegt. Die möglichen Nachfolger Daniel Hörndler und Werner Marktl – sie standen bei der letzten Wahl auch auf der Kandidatenliste – haben schon abgewunken. Sie wollen nicht in die Gemeindepolitik einsteigen.

Das alles mag zwar aus der beruflichen und privaten Situation der betreffenden Personen nachvollziehbar sein, demokratiepolitisch gesehen ist es aber ein Armutszeichen der Grünen. Denn wer sich für die Gemeinderatswahl aufstellen lässt, verspricht schließlich den Menschen, die ihm die Stimme geben, sich fünf Jahre lang für ihre Belange einzusetzen. Dass Ereignisse eintreten können, die das unmöglich machen, sei unbenommen. Dass aber gleich zwei Mandatare abtreten und auch keiner der Nachfolger zu seiner Verantwortung steht, ist schlichtweg ärgerlich.

Andererseits spiegelt die Situation der Grünen in Biberbach wohl das grundsätzliche Problem kleiner Listen. Ihre Personaldecke ist oft sehr, sehr dünn.