Außer Spesen nichts gewesen. Hermann Knapp über die missglückte Zusammenlegung der Gerichte.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 05. September 2017 (05:03)

Die Zusammenlegung der Bezirksgerichte Haag und Waidhofen mit Amstetten kann künftig wohl als Lehrbeispiel dafür dienen, wie man es nicht macht.

Es muss natürlich erlaubt sein, Organisationen auf ihr Optimierungspotenzial hin zu durchleuchten. Doch wenn das im Fall der Bezirksgerichte geschehen ist, dann nur stümperhaft.

Denn wer das Amstettner Gerichtsgebäude kennt, dem muss von vornherein klar gewesen sein, dass der nötige Zubau – um die Bediensteten des Haager und Waidhofner Gerichts hier unterzubringen – Millionen verschlingen wird. Bundesimmobiliengesellschaft und Justizministerium schieben sich gegenseitig die Schuld an der viel zu geringen Kostenschätzung in die Schuhe. Sicher ist: Wer auch immer dafür verantwortlich war, dessen Hausverstand war offenbar gerade einkaufen.

Dass wegen der formellen Zusammenlegung der Gerichte im Jahr 2014 täglich auch noch Akten per Taxi von einem Standort zum anderen transportiert werden mussten, schlägt dem sprichwörtlichen Fass den Boden aus. So verschleudert man leichtfertig Steuergelder!