Der Blick zurück ist wichtig

Hermann Knapp über die Morde in der Pflegeanstalt Mauer.

Erstellt am 02. Oktober 2018 | 04:55
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Die Geschehnisse in der Heil- und Pflegeanstalt Mauer in der Nazizeit sind eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des Bezirks Amstetten. Inzwischen ist längst klar, dass nicht nur 1.269 Patienten in Vernichtungslager abtransportiert wurden, sondern dass auch in der Anstalt selbst das Morden an der Tagesordnung stand und hunderte Menschen umgebracht wurden.

Es ist höchste Zeit, dass die Fakten auf den Tisch kommen. Zeitzeugen kann man leider nicht mehr befragen, denn Patienten, die überlebt haben, sind inzwischen verstorben. Dasselbe gilt für die Täter. Wobei nicht alle Pfleger von damals pauschal verurteilt werden sollen. Bestimmt haben sie gewusst, was in der Anstalt vor sich ging, aber nicht jeder ist ein Jägerstätter und keiner von uns weiß, wie er selbst unter Todesgefahr handeln würde.

Gerade deshalb müssen wir uns erinnern, damit niemand mehr in solch eine Lage gerät.

Wir leben in Zeiten, in denen weltweit Hass geschürt, Feindbilder beschworen und Menschen ihr Wert aberkannt wird. Der Blick zurück ist daher wichtiger denn je!