Ein Umdenken wird nötig sein. Hermann Knapp über die Zukunft der medizinischen Versorgung im Bezirk.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 29. Mai 2018 (03:02)

In Weistrach und Mauer bangt man um die Nachfolge der praktischen Ärzte. In Biberbach hat sich das Problem inzwischen zwar gelöst, allerdings musste dafür erst der Verfassungsgerichtshof bemüht werden.

Doch lassen wir die Kirche im Dorf. Man muss bezüglich der medizinischen Versorgung der Menschen im Bezirk Amstetten noch nicht in Panikstimmung verfallen. Da gibt es Regionen, die wesentlich mehr Probleme haben. Dennoch ist die mehrmalige vergebliche Ausschreibung von Kassenstellen ein Alarmsignal. Gefragt sind Politik, Gebietskrankenkasse und Ärztekammer. Sie müssen ein Paket schnüren, das es wieder attraktiver macht, Allgemeinmediziner zu werden. Da geht es um Image, um Bezahlung aber natürlich auch um Bewusstseinsbildung bei den jungen Ärzten.

Andererseits werden auch die Patienten umdenken müssen. Die Zeiten, in denen man von einem einzigen Arzt betreut wurde, sind vermutlich bald vorbei. Das hat aber auch Vorteile – zum Beispiel, dass sich Mediziner in heiklen Fällen mit Kollegen beraten können.