Erstellt am 22. Januar 2019, 01:35

von Hermann Knapp

Ende der Misere nicht in Sicht. Hermann Knapp über die Ärztemisere im Westen Amstettens.

15 Mal war die Kassenstelle in Mauer schon ausgeschrieben, bislang gab es aber keinen Bewerber. Dabei sollte die Ordination einem Arzt doch ein ausreichendes Einkommen bieten, denn das Einzugsgebiet an Patienten ist groß. Eine Hausapotheke als zusätzliche Einnahmensquelle gibt es freilich nicht– und das mag mit ein Grund sein, warum es keine Interessenten gibt.

Zudem haben junge Ärzte natürlich eine andere Vorstellung von der Work-Life-Balance als jene Generation, die jetzt pensionsreif ist. Und auch die Verantwortung, die eine eigene Praxis mit sich bringt, mag manch junger Mediziner scheuen. Im Spital kann man sich bei einer Diagnose immer mit einem anderen Kollegen beraten, in der eigenen Ordination arbeitet man ohne Netz.

Diesen Nachteil könnten zwar die vom Land forcierten Primärversorgungszentren aufwiegen, in denen mehrere Ärzte zusammenarbeiten, aber ein solches ist in Mauer derzeit noch nicht in Sicht. Und somit auch kein Ende der Ärztemisere.