Ortschefs keinen Gefallen getan. Hermann Knapp über die Erhebung der Zweitwohnsitzer.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 05. Dezember 2017 (05:54)

Dass viele Gemeinden keine Zahlen bekannt geben wollen, wie viele Zweitwohnsitzer nach der erfolgten Erhebung bei der Landtagswahl noch wahlberechtigt sein werden, ist verständlich. Zu groß waren die Turbulenzen bei der Bundespräsidentenwahl – außerdem weiß man nicht recht, was das neue Datenschutzgesetz der EU im Jahr 2018 bringen wird.
Andererseits kann durch die Geheimniskrämerei aber gerade beim heiklen Thema Zweitwohnsitzer (erst 2016 wurden ja in Waidhofen vor der Gemeinderatswahl auf Einspruch der FPÖ 94 Personen aus dem Wahlregister gestrichen) leicht der Eindruck entstehen, die Gemeinden hätten da etwas zu verbergen.

Dass letztlich der Bürgermeister entscheidet, wer im Wählerverzeichnis bleibt und wer nicht, öffnet ohnehin der böswilligen Spekulation, er werde womöglich eigene Parteigänger bevorzugen, Tür und Tor. Gefallen hat das Land mit dieser Regelung den Ortschefs keinen getan. Man darf getrost davon ausgehen, dass vor der der nächsten Gemeinderatswahl die Diskussion über die Zweitwohnsitzer noch heißer wird.

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