Zeit, sich zu beweisen. Über die Frühjahrsmeisterschaft, die trotzdem zählt.

Von Michael Bouda. Erstellt am 03. Juni 2020 (00:34)

Eine Saison ohne Absteiger. Die Coronakrise hat das in der 2. Liga möglich gemacht. Dem SKU Amstetten spielt das in die Karten: Die ursprüngliche Gefahrenzone ist nur einen Zähler entfernt. Doch schon elf Runden vor Schluss keine Abstiegssorgen mehr zu haben, birgt Potenzial und Gefahr gleichermaßen.

Ohne das Damoklesschwert, so viele Punkte wie möglich holen zu müssen, können Peham, Stark und Co. befreiter aufspielen, Trainer Jochen Fallmann darf mehr ausprobieren, als dies sonst der Fall wäre. Die Akteure haben bis Ende Juli Zeit gewonnen, um sowohl fußballerisch als auch ergebnistechnisch zu glänzen.

Dass Fallmann aber an seine Mannen appelliert, die Zeit nicht für den sprichwörtlichen Lenz zu nutzen, weist auf die Problematik hin. Es geht nämlich eben nicht nur rein um Punkte. Fußball besteht auch aus Prestige und Anerkennung. Sollten die Spieler ob der fehlenden Abstiegssorgen nicht mehr hundert Prozent geben, kann durch Niederlagen schnell eine Abwärtsspirale in Gang kommen.

Ein schlechtes Frühjahr strahlt möglicherweise noch in die nächste Saison hinein. Zusätzlich wäre die Außenwirkung fatal: Das Image des Vereins als Ganzes und insbesondere jenes des Trainers würden in Mitleidenschaft gezogen. Einfach nur nicht abzusteigen, ist keine Jobgarantie für Fallmann. Viel mehr kann er bei einem tristen Saisonabschluss schnell angezählt sein.
Die Spieler stehen weiter in der Pflicht. Nicht nur vertraglich. Die Amstettner haben Zeit, sich zu beweisen – und das sollten sie auch tun.