Die Straße ist für alle da!?. Ingrid Vogl über eine etwas seltsame Definition von Spielzeug.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 10. Juli 2018 (05:50)

Sie absolvieren einen Marathon in knapp einer Stunde und erreichen bergab Geschwindigkeiten von 70 Stundenkilometern oder mehr. Obwohl die Schuhe von Inlinespeedskatern keine Bremse haben, beherrschen die Besten ihrer Zunft ihr Sportgerät besser als so mancher „normale“ Bürger sein Fahrrad oder Auto. Im Gegensatz zu Fahrrad oder Auto sind Inlineskates aber kein zugelassenes Straßenverkehrsmittel, sondern gelten streng genommen als Spielzeug. Offiziell trainieren dürfen Skater – egal welcher Leistungsstufe – auf Österreichs Straßen daher nicht.

Denkbar schlechte Voraussetzungen also, um in dieser Sportart auch international konkurrenzfähig zu sein. Denkbar schlechte Voraussetzungen auch, um sich bestmöglich und vor allem ruhigen Gewissens auf ein Großereignis wie eine Weltmeisterschaft vorbereiten zu können.

Dass das trotzdem möglich ist, hat Christian Kromoser am Sonntag mit seiner Leistung beim WM-Marathon in Arnhem unter Beweis gestellt. Der 25-jährige Mostviertler belegte Rang 23 von 250 Startern und ließ mit dem Neuseeländer Peter Michael und dem Belgier Bart Swings zwei absolute Größen dieser Sportart hinter sich. Kromoser hat, was der Straßenverkehrsordnung noch fehlt: WM-Reife.