Hoch hinaus im flachen Land. Ingrid Vogl über die Österreich Radrundfahrt im Mostviertel.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 01. Mai 2018 (02:39)

Berge – die gibt es in Tirol und in Vorarlberg, aber nicht in Niederösterreich. Eine weit verbreitete Meinung, die so nicht stimmt. Beispielsweise weiß man im Skizirkus seit den Erfolgen eines Thomas Sykora, einer Michaela Dorfmeister oder einer Kathrin Zettel, dass man auch als Flachländler ein guter Skifahrer werden kann. Dass man auch als Radfahrer aus dem Bezirk Amstetten mit Bergen umzugehen weiß, machte der Haidershofner Gregor Mühlberger deutlich, als er sich im Jahr 2014 zum Glocknerkönig kürte.

Und was es heißt, fünfmal auf den Sonntagberg zu fahren, das werden die Teilnehmer der Österreich Rundfahrt bei der Niederösterreich-Etappe am 13. Juli am eigenen Leib verspüren dürfen. Dreieinhalb Kilometer lang und durchschnittlich 9,4 Prozent steil ist der Anstieg zur Wallfahrtsbasilika, der den Profis alles abverlangen wird.

Dass die Etappe von den Organisatoren der Tour zur Königsetappe gemacht wurde, auf der die Entscheidung über den Rundfahrtsieg fallen soll, ist gleich in mehrfacher Hinsicht ein Kompliment fürs Mostviertel. Zum einen, weil damit bewiesen ist, dass man keinen Glockner braucht, um die Radsportler zu fordern. Zum anderen, weil man die Radsportbegeisterung, die in den letzten Jahren am Sonntagberg spürbar war, zu schätzen weiß.