Wer A sagt, muss auch B sagen. Hermann Knapp über die Misere der heimischen Putenmäster.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 13. Oktober 2014 (10:32)
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Der Spagat zwischen Tierschutz und Produktionsbedingungen, die es heimischen Landwirten ermöglichen, gegen ausländische Konkurrenz zu bestehen, ist ein schwieriger. Das zeigt derzeit die Situation der Putenmäster.

Laut österreichischem Gesetz darf der Besatz in einer Halle 40 Kilogramm pro Quadratmeter nicht überschreiten. In Deutschland sind aber 60 Kilogramm erlaubt, in Ungarn 75 Kilogramm und in vielen Ländern gibt es gar keine Beschränkung. Kein Wunder also, dass inländisches Putenfleisch teurer ist, als ausländisches und dass die Hotellerie und die Gastronomie daher letzteres verwenden.

Konsequenterweise dürfte der Gesetzgeber eigentlich nur die Einfuhr von Putenfleisch aus Ländern erlauben, wo dieselbe Besatzregelung gilt wie in Österreich. Denn war A sagt, sollte auch B sagen und es kann ja nicht Ziel eines Gesetzes sein, die eigenen Bauern ihrer Existenzgrundlage zu berauben.

Letztlich kann man nur an die Konsumenten appellieren, doch nach heimischem Putenfleisch zu greifen, auch wenn es etwas teurer ist. Aber sie helfen damit den Bauern und den Tieren.