Amstetten: Citybus neu kommt 2024

Erstellt am 14. April 2022 | 06:31
Lesezeit: 3 Min
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Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Workshops mit Vizebürgermeister Markus Brandstetter (2. von rechts). Die Arbeit am Ausschreibungsprozess für den „CityBus neu“ soll zügig vorangetrieben werden.
Foto: NÖ.Regional, Huemer
Stadt will Angebot verbessern. Die Busse werden künftig zudem mit Strom fahren.
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Die Stadt will den CityBus attraktivieren und besser an die Bedürfnisse der Bevölkerung anpassen. In einem Workshop haben sich daher kürzlich Vertreter der Parteien, der Stadtwerke und der NÖ-Regional mit der aktuellen Linienführung, dem Takt und notwendigen Veränderungen befasst. Insgesamt hat die Pandemie dem Citybus einen massiven Einbruch beschert. 2019 wurden noch 335.000 Fahrgäste gezählt, 2021 nur etwa 190.000. „Das erste Quartal 2022 zeigt aber, dass die Fahrgastzahlen jetzt wieder steigen“, sagt VP-Vizebürgermeister und Verkehrsstadtrat Markus Brandstetter. Am besten ausgelastet ist die Linie 1 nach Allersdorf, gefolgt von der Linie 2 zum Krankenhaus und der Linie 3 in die Parksiedlung. Die „Sorgenkinder“ sind die Linien auf den Krautberg sowie nach Greinsfurth und Waldheim. „Da müssen wir schauen, wie wir das Angebot verbessern können“, betont Brandstetter.

In den Randzeiten nachschärfen

Vor allem werde es wohl notwendig sein, in den Randzeiten nachzuschärfen. „Nach Allersdorf fährt der letzte Bus am Abend um 18.38 Uhr. Das geht sich für Mitarbeiter von Geschäften nicht aus. Da müssen wir noch eine spätere Fahrt anbieten oder eine Alternative mit dem Anrufsammeltaxi“, sagt der VP-Politiker. Aber auch am Wochenende will man das Angebot nachbessern und es soll eine Taktverdichtung zu den Stoßzeiten kommen. Das Anrufsammeltaxi (AST) in den Ortsteilen Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth und Mauer will man auch evaluieren. Dort sind die Fahrgastzahlen ausbaufähig.

„Flexibler und besser“ sind die Zauberwörter bei der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs in Amstetten. Dazu gehört für Brandstetter etwa auch eine mobile App-Lösung für das AST, aber auch für ein Carsharing- oder ein Radleihsystem. „Das geht alles nicht kurzfristig. Derzeit sind wir beim öffentlichen Verkehr in einer Umbruchphase. Wir wissen auch noch nicht, wie sich das Klima-Ticket auswirkt – weder auf die Fahrgastzahl noch auf die Kosten, denn Abrechnung haben wir noch keine.“

Das Ziel heiße auf jeden Fall, durch den öffentlichen Verkehr möglichst viele Zweitautos einzusparen. „Das hilft der Umwelt und den Familien bleibt unter dem Strich mehr Geld im Börsel“, sagt Brandstetter. Und auch der Stadt bringe das Vorteile. Denn wenn man 100 Leute motivieren könne, mit dem CityBus statt mit dem Auto zum Bahnhof zu fahren, erspare man sich dort 100 Abstellflächen mit Errichtungskosten von jeweils bis zu 25.000 Euro.

Der aktuelle Vertrag mit der Postbus-AG läuft Ende 2023 aus. Die Ergebnisse des jüngsten Workshops werden in das neue Konzept einfließen, das ein Verkehrsplanerbüro entwickeln soll. Letzter Schritt wird die Ausschreibung des künftigen CityBus-Betreibers sein.

Fünfeinhalb Mal rund um die Erde

Klar ist, dass der öffentliche Verkehr in Amstetten ab Herbst 2024 elektrisch laufen wird. Den benötigten Strom werden die Stadtwerke vor allem mittels Photovoltaik-Anlagen erzeugen. „Unsere Citybusse fahren jährlich rund 225.000 Kilometer – das ist fünfeinhalb Mal um die Erde. Da können wir also sehr viele Tonnen Co₂ einsparen“, sagt Brandstetter.

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