Umdasch: „Flexibilität ist unabdingbar“. Während die Umdasch Shopfitting Group den Sprung aus der operativen Verlustzone schaffte, freut sich die Doka Group über teils zweistelliges Wachstum.

Von Otmar Gartler. Erstellt am 04. Juli 2017 (05:26)
Gartler
Am globalen Markt einzigartig positionieren: Doka-Aufsichtsrat Jürgen Obiegli und Umdasch-Vorstandsvorsitzender Andreas Ludwig.

Erfreuliche Zahlen meldet die in Amstetten beheimatete und zu 100% in Familienbesitz befindliche Umdasch Group. Sie ist im vergangenen Jahr zum sechsten Mal in Folge gewachsen. Die Zuwächse gründen sich sowohl auf erfreuliche Marktentwicklungen, aber auch auf eine auf Beteiligungen und Akquisitionen ausgerichtete Wachstumsstrategie.

So liegt das Wachstum des Konzerns mit einem Umsatz von 1,28 Milliarden Euro bei plus 5,1% im Vergleich zum Vorjahr. Das Ergebnis konnte vor Steuern von 73 Millionen Euro 2015 um 26% auf 92 Millionen gesteigert werden. Damit stieg auch die Eigenkapitalquote, die mit 58,6% einen historischen Höchstwert erreicht hat.

2016 hat die im Laufe des Jahres sich sehr positiv entwickelnde Bauindustrie der Doka Group guten Rückenwind beschert. Sie konnte sich in zahlreichen Ländern über ein zweistelliges Wachstum freuen. Mit einer Marktstrategie, die auf bestimmte Branchen fokussiert, einem der Zeit angepassten Geschäftsmodell und nicht zuletzt einem konsequenten, aber nachhaltigen Konsolidierungsprozess über mehrere Jahre hat die Ladenbautochter Umdasch Shopfitting Group 2016 den Sprung aus der operativen Verlustzone heraus geschafft.

Die Zahl der Mitarbeiter wurde um mehr als 300 auf insgesamt 7.641 gesteigert, wobei die Zuwächse sowohl in Österreich als auch international stattgefunden haben. Für 2017 ist eine Fortsetzung des Wachstumskurses geplant.

Auch heuer wird der Konzernumsatz steigen

Nach den ersten fünf Monaten des neuen Jahres kann dies bestätigt werden: mit knapp 17% liegt der Konzern über dem Umsatz des Vergleichszeitraums 2016.

Trotz dieser positiven Entwicklung findet Umdasch-Vorstandsvorsitzender Andreas Ludwig auch kritische Worte: „Starke Welthandelsimpulse beflügeln aktuell unsere Wirtschaft. Damit wir in Österreich unabhängiger werden von konjunkturellen Entwicklungen, müssen wir uns am globalen Markt einzigartig positionieren. Um international reüssieren zu können muss man in seinem Bereich entweder der Billigste sein, der Flexibelste oder der Beste. Ein Billiglohnland werden wir nicht mehr werden, das ist auch gut so. Das Thema Flexibilität müssen wir unbedingt vorantreiben, es ist als Wettbewerbsfaktor für Österreich unabdingbar. Das Aus zur Arbeitszeitflexibilisierung letzte Woche war allerdings diesbezüglich ein deutlicher Rückschritt. Dabei ergibt eine Befragung des Wifo, dass „mangelnde Flexibilität bei der Arbeitszeit“ als die Nummer 1 bei Standortnachteilen gesehen wird. Umso herausragender muss das Know-how unserer Mitarbeiter sein, das die Basis für Innovation und Technologie darstellt. Wenn wir nicht aktiv in Bildung, Forschung und Wissenschaft investieren, dann werden wir immer und ewig auf den Rest der Welt schauen und hoffen, dass die Konjunktur so gut bleibt, wie sie gerade ist. Unternehmen wie wir tun alles und investieren viel, um ihre Mitarbeiter zu den besten der Welt zu machen. Wir brauchen aber als Fundament dafür ein dynamisches und modernes Bildungssystem, das sich am Bedarf orientiert, Grundlagen vermittelt und Talente fördert.“