Kornmüller ist gerettet

Erstellt am 19. Februar 2013 | 00:00
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Übernahme / Der insolvente Weistracher Möbelhersteller wurde von der deutschen Warendorf-Gruppe übernommen. Von allen Seiten zeigt man sich optimistisch für die Zukunft.
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Von Otmar Gartler

WEISTRACH / Im Dezember 2012, kurz vor Weihnachten, kam für zahlreiche Weistracher Familien die Schreckensnachricht: „Kornmüller muss zusperren!“ Dem Unternehmen ging nach der Pleite im Jahr 2009 bereits zum zweiten Mal das Geld aus. Durch die Insolvenz des Küchenherstellers verloren zahlreiche Mitarbeiter zum emotional ungünstigsten Zeitpunkt ihren Arbeitsplatz.

Nur wenige Wochen später hat sich das Blatt gewendet und die Zukunft des Unternehmens ist gesichert. Die deutsche Warendorf-Gruppe, hinter der der amerikanische Investor Neal Cohen steht, hat Kornmüller in Weistrach übernommen.

Warendorf, früher unter dem Namen „Miele Küchen“ bekannt, produziert seit 40 Jahren mit 175 Mitarbeitern hochwertigste Küchen im Premiumbereich.

„Wir werden Kornmüller weiterführen, weil wir es als eine gute Ergänzung zum Warendorf-Sortiment und zu unserer Distribution sehen. Noch sind wir in Österreich nicht so ausgeprägt am Markt, da ist es gut, dass Kornmüller auch eine gute Händler-Ergänzung zu unserem Händlernetz, das traditionell einen Schwerpunkt im Gerätebereich hat, darstellt. Kornmüller ist ein Topunternehmen im Massivholzbereich, während Warendorf im Lackbereich sehr gut aufgestellt ist. Und diese Kombination ist perfekt, um gute, moderne und hochwertige Küchen zu produzieren“, begründet Thorsten Prée, der Geschäftsführer der Warendorfer Küchen GmbH diesen Schritt.

Diese Entwicklung ist für Region sehr wichtig 

Auch für die Region ist diese Entwicklung von großer Wichtigkeit, wie Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer erklärt, die sich in dieser Causa in den letzten Wochen und Monaten intensiv eingesetzt hat: „Ich begrüße es natürlich sehr, dass die Firma Kornmüller gerettet ist und dass dieses Traditionsunternehmen weiterlebt. Vor allem bin ich froh, dass wieder Mitarbeiter eingestellt werden können, die vor Weihnachten freigesetzt werden mussten. Das ist gut und wichtig für den Arbeitsmarkt in und rund um Weistrach.“

Väter dieses Erfolgs sind auch Franz Kornmüller, der sich ebenso wie Bürgermeister Erwin Pittersberger für eine Lösung intensiv eingesetzt hat. Kornmüller selbst wird das Unternehmen künftig in Vertriebsfragen unterstützen.

Geschäftsführer Thorsten Prée arbeitet gerade intensiv daran, möglichst schnell wieder das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen: „Wir starten mit rund zwanzig Mitarbeitern, haben den Produktionsbetrieb bereits wieder aufgenommen und wollen Mitte bis Ende März die ersten Küchen ausliefern. Dabei versuchen wir so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie möglich vom ehemaligen Stammpersonal zu übernehmen beziehungsweise wieder zurückzuholen. Die weitere Entwicklung ist eine Frage der Auftragslage. Wir wollen das Personal weiter aufstocken.“

Wichtig sei jedenfalls, dass der Standort im Mostviertel auf jeden Fall gehalten wird, denn Kornmüller wäre für die deutsche Warendorf-Gruppe äußerst bedeutend im Bereich der Massivholzfertigung.

Muttergesellschaft mit großer Erfahrung 

„Es ist jetzt wichtig, dass die Leute wissen, dass sie eine verlässliche Muttergesellschaft mit großer Erfahrung im Küchenbereich im Hintergrund haben. Die Mitarbeiter und Kunden sollen spüren, dass Kornmüller bei Warendorf eine gute Heimat gefunden hat. Zusammen sind wir die Spezialisten beim Thema Küche“, zeigt sich Geschäftsführer Thorsten Pree für die Zukunft optimistisch.

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