Zahl der Delikte in Amstetten wegen Corona gesunken. 3.390 Straftaten wurden im Vorjahr im Bezirk registriert. Weniger Einbrüche, aber dafür mehr Internetkriminalität.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 24. März 2021 (05:27)
Chefinspektor Ferdinand Humpl vom Bezirkspolizeikommando bei der Analyse der diesjährigen Kriminalstatistik.
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Die Corona-Krise hat auch positive Nebeneffekte. So ist die Zahl der Straftaten – wohl nicht zuletzt durch die Grenzschließungen – im Bezirk im Jahr 2020 deutlich gesunken. Insgesamt wurden 3.390 Delikte registriert, das waren um 646 weniger als im Jahr 2019 (4.053). „Wir hatten einen deutlichen Rückgang bei der Eigentumskriminalität und der Gewaltkriminalität. Das ist eine Entwicklung, die auch NÖ-weit und bundesweit zu beobachten war“, berichtet Chefinspektor Ferdinand Humpl vom Bezirkspolizeikommando.

Ein starker Anstieg ist hingegen bei der Internetkriminalität zu vermerken. Die Zahl der Delikte ist um 29 Prozent gestiegen, was in etwa dem NÖ-Wert entspricht. Immer wieder kommt es vor, dass Leute sich hohe Geldbeträge entlocken lassen – weil ihnen die Betrüger die große Liebe vorgaukeln oder sie mit der Aussicht auf das große Geld ködern.

IT-Ermittler haben sehr viel zu tun

Die Betrüger schrecken nicht einmal davor zurück, die Corona-Ängste der Bevölkerung auszunutzen, um Menschen Geld abzuluchsen. So bekam etwa eine über 80-jährige Frau im Bezirk telefonisch das unmoralische Angebot, schneller geimpft zu werden, wenn sie 200 Euro dafür bezahle.

„Unsere drei IT-Ermittler im Bezirk haben alle Hände voll zu tun. Eine Aufklärung ist aber schwierig, weil die Täter meist irgendwo im Ausland sitzen. Wir setzen daher viel auf Prävention, damit die Leute erst gar nicht auf Betrugsversuche hereinfallen“, sagt Humpl.

Dass im Bezirk gute Polizeiarbeit geleistet wird, zeigt die Aufklärungsquote. Sie liegt mit 57,9 Prozent im vorderen Drittel der niederösterreichischen Bezirke. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Qualität der Spurensicherung (vor allem DNA), weil sie es oft ermöglicht, Täter im Nachhinein auszuforschen.

Die Gewaltdelikte (Körperverletzungen und gefährliche Drohungen) waren im Jahr 2020 leicht rückläufig. Bei der Gewalt in der Privatsphäre (Betretungs- und Annäherungsverbote) gab es allerdings eine leichte Steigerung. Insgesamt wurden 2020 140 derartige Delikte registriert.

In Waidhofen an der Ybbs wurden im Jahr 2020 insgesamt 504 Straftaten registriert, um 17 mehr als im Jahr 2019 (+ 3,5 Prozent). Die Aufklärungsquote liegt bei 72,4 Prozent, das ist der Spitzenwert in Niederösterreich. Die Zahl der Eigentumsdelikte war 2020 in Waidhofen etwa gleich wie 2019. Die Zahl der Gewaltdelikte war leicht rückläufig.