Debatte um Wohnbauprojekt auf altem Sportplatz. Grüne kritisieren den auf der alten Sportanlage in Karling angedachten Siedlungsbau. ÖVP-Bürgermeister Johann Weingartner verweist auf Vorteile durch die nahe Infrastruktur.

Von Peter Führer. Erstellt am 21. November 2017 (03:30)
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Auf dem Areal des ehemaligen Fußballplatzes sollen Wohnungen entstehen.
Daniela Führer

Die „Grünen & Unabhängigen Euratsfeld“ sprechen sich gegen den angedachten Wohnungsbau am alten Sportplatz bei Karling aus und richteten eine Stellungnahme innerhalb der NÖ Raumordnung an Bürgermeister Johann Weingartner und den Euratsfelder Gemeinderat.

Darin verweist man auf die Hochwasserschäden 1989 und den Neubau des Fußballplatzes beim Hametwald. Vor einigen Jahren habe die Hochwasserzone als Argument für die Neuerichtung der Sportanlage gedient.

„Vorbeugen ist besser, als nachher mit Mitteln aus dem Katastrophenfonds zu zahlen.“Grünen-Gemeinderat Franz Raab

„Nach Fertigstellung der neuen Sportstätten soll nun genau in diesem Hochwassergebiet die Erbauung von Häuser/Wohnungen ohne jedes Risiko des Hochwassers möglich sein? Außer Streit steht, dass sich das Klima verändert und extreme Regenfälle sowie Stürme und somit auch Hochwässer und Überflutungen zunehmen (werden) – auch bei uns in Euratsfeld. ln diesem Sinne sollten in natürlichen Hochwasserzonen weder dauerhafte Bauprojekte durch die Gemeinde realisiert werden, noch die Möglichkeit zum Bau von Wohnhäusern geschaffen werden“, heißt es in dem Schreiben.

Grünen-Gemeinderat Franz Raab erklärt: „Ich bin überzeugt, dass die Häuser nie Ruhe hätten, wenn dort gebaut wird. Vorbeugen ist besser, als nachher mit Mitteln aus dem Katastrophenfonds zu zahlen.“

Für Bürgermeister Johann Weingartner überwiegen hingegen die Vorteile des Wohnungsbaus. „Das wird oft falsch dargelegt. Wir bauen nicht im Hochwassergebiet, der Hochwasserabflussbereich wird durch die vorgesehene Geländekorrektur im Bereich der Tennisanlage (starke Absenkung des Tennisplatzes) sogar entschärft und verbessert. Insgesamt wird vielleicht ein Viertel verbaut, der Rest wird renaturiert.“

„Die Infrastruktur ist bereits vorhanden“

Derzeit laufe die Umwidmung eines Viertels des Areals von Grünland-Sport auf Bauland Wohngebiet. Der Rest wird rückgewidmet. „Wir informieren die Bevölkerung permanent über das Projekt und es haben uns bereits viele angeredet und vorgeschlagen, dass man den Bereich als Wohngebiet nützen könnte. Auch von den Anrainern gibt es keine Einwände. Wir haben die Fernwärme und die Infrastruktur da, auch die Straße ist schon gebaut. So könnte man die Fläche wieder sinnvoll nützen, sonst müsste man erst recht wieder wertvollere Flächen umwidmen und dort die ganze Infrastruktur schaffen, bevor man Wohnungen neu bauen könnte“, betont Weingartner.

Die baulichen Maßnahmen, welche Voraussetzung für die Umwidmung des Teilbereiches sind, sind mit Bescheid von der Wasserrechtsbehörde bereits genehmigt.