Raiba kauft Parkplatz für Großprojekt in Amstetten. Projekte in Amstetten sind nur der Anfang. Weitere Investitionen in der Region sollen folgen.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 21. April 2021 (06:04)
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Am Mittwoch der Vorwoche hat der Gemeinderat einstimmig dem Verkauf des Parkplatzes Wagmeisterstraße an die Raiffeisenbank Region Amstetten zugestimmt und damit den Weg für ein Großprojekt des Geldinstitutes auf dem Areal geebnet: den Bau eines Kunden- und Seminarzentrums samt Tiefgarage.

Die Raiffeisenbank ist im Haus am Raiffeisenplatz – auch aufgrund der in den letzten Jahren durchgeführten Fusionen – an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. „Wir haben vor Ort 100 Mitarbeiter und sind damit bis auf den letzten Platz voll. Das Projekt ist für uns sehr wichtig, um den Standort abzusichern. Andernfalls hätten wir uns Gedanken darüber machen müssen, wo wir künftig unseren Sitz haben werden“, sagt Raiffeisenbank-Direktor Andreas Weber.

Geplant ist am neu erworbenen Areal die Errichtung eines etwa 14 Meter hohen, mehrstöckigen Kunden- und Seminargebäudes mit einer Nutzfläche von rund 4.500 Quadratmetern und einer Tiefgarage auf zwei Ebenen mit insgesamt etwa 100 Abstellplätzen. Im Dachgeschoß ist ein öffentlich zugänglicher Gastronomiebetrieb mit Terrasse angedacht.

Parkplatzareal muss umgewidmet werden

Das Projekt steckt derzeit noch in den Kinderschuhen, denn zuerst muss das Areal umgewidmet werden. Das Land hat der Stadt aber schon Zustimmung dafür signalisiert. Weber rechnet für die Verwirklichung des Vorhabens mit einem Zeithorizont von etwa fünf Jahren.

Rund 14 Millionen Euro wird die Raiffeisenbank investieren. Vor allem die Tiefgarage ist kostenintensiv, weil dafür wegen des hohen Grundwasserspiegels eine wasserdichte Wanne geschaffen werden muss. Geplant ist in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken übrigens auch, zehn E-Tankstellen zu installieren.

Die Stadt hat sich bei den Verkaufsverhandlungen gewünscht, dass die Parkplätze für die Allgemeinheit nutzbar bleiben. Daher werden auch die Stadtwerke die Bewirtschaftung der Tiefgarage übernehmen und sich Stadt und Bank die Einnahmen daraus teilen.

„Für uns war es wichtig, keine Abstellflächen zu verlieren, zugleich aber für die Raiffeisenbank die Voraussetzungen für den Ausbau zu schaffen. Die Lösung, die wir gefunden haben, ist eine Win-win-Situation. Die Bürger profitieren davon und das geplante Projekt ist eine Aufwertung Amstettens als Bankenzentrum der Region“, sagt Bürgermeister Christian Haberhauer.

Für den Obmann der Raiffeisenbank Region Amstetten, Hans Luger aus Ybbs, ist bei diesem Projekt vor allem wichtig, „einen Mehrwert für die Region und ihre Bevölkerung“ zu schaffen. „Wir bauen nicht auf der grünen Wiese in die Breite, wie es landesweit noch immer oft falsch gemacht wird, sondern im Stadtzentrum nach unten und nach oben. Wir nutzen die vorhandene Fläche optimal und das ist auch im Sinne unserer Nachkommen“, hebt er hervor.

Das Gleiche gilt auch für ein anderes Projekt der Raiffeisenbank in Amstetten. Sie plant nämlich auch Investitionen bei der Filiale am Hauptplatz. Dort soll das zweite Obergeschoß um- und das Dachgeschoß ausgebaut werden. Auf diese Weise entstehen zwei Büros, für die die Caritas, die ja im ersten Stock eingemietet ist, schon Bedarf angemeldet hat, und sechs Wohnungen mit einer Größe von 44 bis 66 Quadratmetern.

Büros und Wohnungen auf Hauptplatzfiliale

„Wir sehen das als Beitrag zur Innenstadtbelebung. Wenn wir es schaffen, dass im Zentrum attraktives Wohnen stattfindet und sich vor allem auch junge Leute dort ansiedeln, dann bringen wir wieder Leben in die Stadt und davon werden die Wirte ebenso profitieren wie die kleine Boutique“, sagt Luger.

Derzeit wartet man noch auf die Baubewilligung der Stadt, die aber in den nächsten Wochen kommen sollte. „Der Ausbau des Dachgeschoßes wird in Holzriegelbauweise geschehen, allerdings gibt es bei den Baustoffen derzeit Engpässe und es ist überhaupt schwierig, Firmen zu bekommen, weil die Bauwirtschaft boomt und daher ausgelastet ist“, sagt Weber. Spätestens 2022 soll dieses Projekt, das mit rund 1,8 Millionen Euro veranschlagt ist, aber abgeschlossen sein.

Die beiden Vorhaben in Amstetten sind übrigens nicht die einzigen, die die Raiffeisenbank Region Amstetten in der Pipeline hat. „Wir wollen in Zukunft als Raiffeisen noch mehr in die Region, in der wir tätig sind, investieren und einen positiven Beitrag zu ihrer Entwicklung leisten. Ziel ist es, wichtige Liegenschaften für die Stadt- und Dorfentwicklung zu erwerben, nachhaltig zu entwickeln und langfristig zu verwalten“, kündigt Weber an.

Luger betont, dass die Raiffeisen-Genossenschaft ja als Ziel die Förderung ihrer Mitglieder habe. „Wir, die Raiffeisenbank Region Amstetten fühlen uns dazu verpflichtet, bei der Entwicklung der Region mitzuarbeiten und den Menschen einen Mehrwert zu bieten.“