24.286 Unterschriften und Forderungspaket übergeben. Fünf Forderungen enthält die Petition, die der Betriebsrat des Landesklinikums Mauer am Donnerstagvormittag in St. Pölten Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf und der Führung der Landesgesundheitsagentur übergeben hat. Ganz oben auf der Liste steht der Erhalt mindestens eines Teilbereiches der Neurologie am Standort Mauer. In diesem Punkt gibt es von Politik und LGA aber keine Zugeständnisse, die Absiedelung ist fix. Pernkopf gab allerdings erneut eine Beschäftigungsgarantie für die rund 160 betroffenen Mitarbeiter ab.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 22. Oktober 2020 (17:15)
Der Betriebsrat des Landesklinikums Mauer mit Vorsitzendem Wolfgang Schoder übergab am Donnerstag 24.286 Unterschriften und einen Forderungskatalog an Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf und die Führung der Landesgesundheitsagentur mit Vorstand Konrad Kogler.
Hermann Knapp

Es war ein langes - und nach Aussage aller Beteiligten - sehr konstruktives Gespräch, dass der Betriebsrat mit Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf und der Führung der LGA am Donnerstag führte. Am Ende war klar, dass an der Verlegung der Neurologie nicht gerüttelt wird. "Denn diese ist fachlich begründet. Allen anderen Punkten des Forderungspakets konnten wir aber zustimmen. Ich betone nochmals, dass kein Mitarbeiter um seinen Job bangen muss. Es wird im Personalentwicklungsplan für jeden Einzelnen eine klare Perspektive geben", versichert der VP-Politiker. 

Pernkopf betont, dass es Aufgabe der LGA ist, die medizinische Versorgung der Bevölkerung insgesamt sicherzustellen. Dabei gelte es, nicht den einzelnen Klinikstandort, sondern die Region als Ganzes im Blick zu haben. Für den Patienten spiele es keine große Rolle, ob er in Mauer oder Amstetten versorgt werde. "Die Sorge der 24.682 Unterzeichner der Unterschriftenaktion nehme ich sehr ernst. Der Klinikstandort Mauer steht natürlich nicht in Frage stehe. Wir investieren dort ja auch gerade rund 16,8 Millionen Euro in den Ausbau des Bildungscampus", sagt der Landeshauptfraustellvertreter. Man schaue  in die Zukunft und sei dabei, einen neuen Strukturplan für das Mostviertel zu erarbeiten, der auch dem Standort Mauer neue Chancen eröffnen werde. Pernkopf verweist zudem auf den Ausbau des Pflege- und Betreuungszentrums in Mauer, wo sich die Bettenzahl von 183 auf 223 erhöhen wird.

Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Schoder freut sich über die vielen Unterschriften. "Diesen Zuspruch hatten wir nicht erwartet, er bestärkt uns aber natürlich. Es ist ein starkes Zeichen, das die Bevölkerung der Region für den Standort Mauer erbracht hat." Von der Notwendigkeit, die gesamte Neurologie abzusiedeln, ist der Betriebsrat nach wie vor nicht überzeugt, aber "es ist nun einmal eine Tatsache und darum blicken wir nach vorne. Die Zusage, dass alle Mitarbeiter ihren Job behalten und auch die befristeten Verträge verlängert werden, ist natürlich beruhigend. Aber es ist für jeden Einzelnen auch wichtig, bald zu erfahren, wo er künftig Dienst tun wird", sagt Schoder. Er und seine Kollegen hoffen auch bald auf nähere Angaben, in welchen Bereichen im Klinikum künftig Schwerpunkte gesetzt werden sollen - Forensik, Demenzversorgung, Alkoholentwöhnung, Schmerztherapie ...

Konrad Kogler, einer der beiden Vorstände der Landesgesundheitsagentur, lässt sich diesbezüglich noch keine näheren Informationen entlocken. Es sei dafür noch zu früh. "Nachdem die Entscheidung, die Neurologie abzusiedeln, gefallen ist, sind wir mit dem Klinikum und dem Betriebsrat in einen offenen Dialog über den neuen Strukturplan für die Region eingetreten. Uns ist es wichtig, die Leute in diesem Entscheidungsprozess mitzunehmen. Es gibt da noch viele Detailfragen zu klären und wir wollen dafür auch die Expertise der Mitarbeiter nutzen." Auch Kogler hebt jedoch hervor, dass es neben dem Bildungscampus künftig auch noch andere Ideen und Perspektiven für den Standort Mauer geben wird. 

Was die Mitarbeiter betrifft, hat nach Ansicht des LGA-Vorstands, "ein Großteil der Leute schon ein genaues Bild, wo ihre berufliche Zukunft liegt. Bei einer kleinen Gruppe ist das noch nicht so klar, aber wir werden das für jede Frau und jeden Mann planen!"

Das Forderungspaket des Betriebsrates und der Abgeordneten der  Region:

1. Wir fordern den Erhalt mindestens eines Teilbereiches der Neurologie am Standort Mauer!
2. Wir fordern Einbindung bei der Erstellung des Strukturplanes Mostviertel!
3. Wir fordern Einbindung des Betriebsrates in Verhandlungen LGA/ÖGK insbesondere im Hinblick auf die Themen Schmerztherapie, Alkoholentwöhnung, Forensik und Demenzversorgung!
4. Wir fordern ein klares Bekenntnis zum Personalentwicklungsplan und einen fixen Ansprechpartner für personelle Veränderungen im Rahmen des Strukturplans Mostviertel!
5. Wir fordern regelmäßige Information für unsere Mitarbeiter über den Stand der Entwicklungen!