Erstellt am 02. September 2014, 07:07

von Hermann Knapp

Teilweise Bettensperre wegen Ärztemangels. Personalengpass sorgte für Probleme. Zudem kursieren Gerüchte über Verlegung der Neurologie nach Amstetten.

Die Neurologie in Mauer: Im Sommer herrschte zeitweilig Personalknappheit. Mit September werden nun aber zwei neue Ärzte den Dienst aufnehmen.  |  NOEN, Anton Kovacs
Zwei Ärzte, die überraschend Anstellung in ihrer Heimat im Burgenland bekamen und vor dem Sommer kündigten, bescherten der Neurologie in Mauer einen Personalengpass. Kurzfristig mussten sogar Betten gesperrt werden.

Gerüchte über Verlegung der gesamten Neurologie

„Das hat aber vor allem so ausgesehen, dass wir in den Vier-Bett-Zimmern das fünfte Bett herausgenommen haben und in den Drei-Bett-Zimmern das vierte Bett“, berichtet Regionalmanager Andreas Krauter. Der Andrang an Patienten sei ja nach wie vor sehr groß. Eine teilweise Schließung von Stationen habe es nicht gegeben.

Inzwischen kann Krauter auch Entwarnung geben. Schon mit Anfang September werden zwei neue Neurologen ihre Arbeit im Klinikum aufnehmen, damit sollten die Probleme vorerst gelöst sein. Beim Stammtisch des ÖVP-Gemeindevertreterverbandes am Donnerstagabend in Amstetten im „Gemütlichen Eck“ sorgten allerdings auch noch Gerüchte über eine mögliche Verlegung der gesamten Neurologie nach Amstetten für Aufregung.

Krauter betont, dass ihm von derartigen Überlegungen zurzeit nichts bekannt sei. VP-Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer hält das allerdings nicht für völlig ausgeschlossen, weil ja auch schon die „stroke unit“ (Akut-Neurologie) in Amstetten angesiedelt ist. „Sollte es aber tatsächlich dazu kommen, dann wird im Gegenzug etwas anderes nach Mauer übersiedeln müssen. Denn Amstetten hat ja keine freien Kapazitäten.“

Ausbau soll im Jahr 2015 starten

Die Entscheidung liege bei Gesundheits-Landesrat Karl Wilfing, der ohnehin Anfang September zur Vorstellung der Pläne des geplanten Ausbaus des Landesklinikums Mauer nach Amstetten komme. Konkret wird der VP-Politiker am 10. September die erste Ausbauphase präsentieren.

Diese umfasst die Häuser für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und für die forensische Psychiatrie. Zudem soll ein multifunktionales Bettenhaus (60 Betten) errichtet werden.

Angekündigt wurde der Start der Bauarbeiten ursprünglich schon für das Jahr 2014. Die Planung hat aber etwas länger gedauert, nun soll also 2015 der Startschuss fallen.

Engpässe erst die Spitze des Eisberges

Von den Gemeindevertretern wurde am Donnerstagabend auch grundsätzliche Kritik an der Ärzteausbildung in Österreich geübt. „Wir bilden bei uns deutsche Ärzte aus, die dann wieder zurück gehen. Aber auch viele Österreicher gehen nach dem Studium ins Ausland, weil sie dort mehr verdienen“, kritisierte ein Ortschef.

Tatsächlich dürften die momentanen Personalengpässe im Bezirk erst die Spitze des Eisberges sein. „Denn wir wissen, dass ein großer Teil der Hausärzte über 60 Jahre alt ist. Da kommt eine Pensionierungswelle auf uns zu . Nachfolger zu finden wird sehr schwierig“, prophezeit Hinterholzer.