Erstellt am 18. August 2015, 11:57

von Daniela Führer

Leader-Region startet in die Umsetzung. Projektvorstellung: Satte 5,5 Millionen Euro Fördergelder stehen der Moststraße bis 2020 für ihre Projekte zur Verfügung.

Aussteller aus fünf Ländern freuen sich auf den Salon des Mostes am 23. August. Für diese öffentliche Veranstaltung rührt das Moststraße-Team bereits kräftig die Werbetrommel: (v.l.) Gudrun Vösenhuber, Christian Haberhauer und Obfrau Michaela Hinterholzer. Foto: mostropolis.at/didi  |  NOEN, Didi Rath

Die Leader Region Moststraße startet nun in die Umsetzung ihrer Projekte für die Förderperiode 2014-20. Manches ist ganz neu, manche Projekte werden fortgesetzt

Gemeinsam ist aber allen: „Sie werden jetzt finanziell neu gestartet. Bis jetzt haben wir an den Strategien gearbeitet. Nun wissen wir die Summen, die für jedes Projekt zur Verfügung stehen und jetzt geht es an die Umsetzung“, erklärt Moststraßenobfrau Michaela Hinterholzer.

Die Moststraße hat ordentlich viel vor

Und eben da die finanziellen Mittel nun feststehen, hat die Moststraße am vergangenen Dienstag zur Pressekonferenz geladen. Dabei wurde klar: Die Moststraße hat mit ihren 120 Mitgliedsbetrieben und 31 -gemeinden ordentlich viel vor bis ins Jahr 2020.

Satte 2,645 Millionen Euro zahlt die Europäische Union dabei in den Fördertopf. Inklusive Eigenmittel, Beiträgen der Mitgliedsgemeinden und -betrieben steht der Leader Region Moststraße ein stolzes Investitionsvolumen von 5,5 Millionen Euro für ihre Projekte zur Verfügung. Konkret teilen sich die Projekte auf drei Themenfelder: Kulturlandschaft, Landwirtschaft und Tourismus.

Im Themenbereich Kulturlandschaft setzt sich die Leader Region zum Ziel, die Anzahl und Qualität an vitalen Obstbäumen sicherzustellen und zu verbessern. Zur Erreichung dieses Zieles pflanzten etwa HBLA und BA Klosterneuburg bereits einen Versuchsgarten mit zirka 1.800 Apfel- und Birnbäumen. Die Schulen übernehmen für vier Jahre Beratung und Pflegemaßnahmen. Darüber hinaus führt die HBLFA Schönbrunn etwa noch in-vitro-Experimente an vier Mostbirnsorten durch.

Online-Obstbörse für Private und Firmen

Außerdem wird eine Obstbörse als Online-Plattform zum Austausch von Obst installiert – für Private und Firmen. Seminare, Streuobstkongress von 20. bis 22. August sowie ein Imagefilm sind weitere Punkte. Die Projektsumme für das Themenfeld beträgt 450.206,97 Euro.

Die 2011 ins Leben gerufene Wissensplattform Most-Wiki erfährt einen Relaunch. Und man will die Bekanntheit der Plattform und das Bewusstsein für die Bedeutung der Kulturlandschaft steigern. Projektvolumen: 146.443 Euro.

Bewusstsein und emotionale Verbundenheit, speziell bei Kindern, will auch die Mostviertler Figur „Bartl“ weiter forcieren. Dafür gibt es etwa neue Unterrichtsmaterialien an Schulen, Pädagogen-Infotage, einen fahrbaren Messestand, Bartls Kindertag mit Workshops, eine eigene Homepage, Gewinnspiele und mehr: für 149,429 Euro.

„Mostbaron in Motion“ und Raab im Fokus

Mit dem Projekt „Mostbaron in Motion“ sollen neue wie bestehende Mostbaron-Produkte weiter entwickelt werden. Den Most als Getränk Nummer eins zu etablieren ist das erklärte Ziel. Dieses soll mittels Mostbaronklausuren, Gourmetmost und weiteren Maßnahmen erreicht werden.

Dies ist allerdings das letzte geförderte Projekt für die Mostbarone, „danach müssen sie auf eigenen Beinen stehen. Bis jetzt wurden 20.000 Flaschen Gourmetmost verkauft. Der Verkauf soll noch verdoppelt werden, um bestehen zu können“, erklärt Hinterholzer.

Anlässlich des 125. Geburtstages von Julius Raab – der auch Schüler im Stift Seitenstetten war – wird von 18. März bis 31. Oktober 2016 zum Thema „Wirtschaft und Werte“ eine Ausstellung im Stift Seitenstetten organisiert. Diese Thematik soll die Moststraße auch für urbane und jüngere Schichten attraktivieren. Projektvolumen: 400.000 Euro.

Der Salon des Mostes und die Enquete Ostarrichi in Neuhofen/Ybbs sind zum Beispiel weitere Förderprojekte.


Die Leader-Region

  • Leader ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.

  • Die Leader Region Moststraße entwickelt dabei ihre Projekte selbst. Ideen und Umsetzung passieren in der Region.

  • Alle Projekte laufen durch ein 17-köpfiges Auswahlgremium. Das Gremium umfasst 17 Personen, die die Projekte auswählen, und ist mit maximal 33 Prozent Gemeindevertretern besetzt, obwohl diese anteilsmäßig den höchsten Beitrag zu den Fördermitteln einzahlen. Der Rest wird von Köpfen der Moststraße und aus Mitgliedsbetrieben besetzt. So soll bei der Auswahl eine maximale Objektivität gewährleistet sein.

  • In der Leader Förderperiode 2007–2013 wurden in den Mitgliedsgemeinden der Moststraße 338 Projekte über die Leader-Förderschiene eingereicht.