Kunst in Grein: Rundgang voller Überraschungen. Die Werkstätte der Lebenshilfe Grein setzt zum 40-jährigen Jubiläum ein besonderes Signal.

Von Leopold Kogler. Erstellt am 06. August 2021 (05:19)
Lebenshilfe-Projekt - Kunst in Grein: Rundgang voller Überraschungen
Walter Edtbauer präsentiert die Station „Windhosen“. Foto: Leopold Kogler
Leopold Kogler

Die Lebenshilfe Grein feiert ihr 40-Jahr-Jubiläum in einer außergewöhnlichen Zeit. Was kann eine Einrichtung wie die Lebenshilfe zu diesem Anlass beitragen? Der Leiter Walter Edtbauer, der mit einem Team aus Künstlern immer wieder für besondere Projekte sorgt, fand mit seinen Menschen mit Behinderung eine Lösung. Man bespielt den öffentlichen Raum mit künstlerischen Interventionen.

Entscheidende Frage: „Was ist normal?“

Um dem herausfordernden Unternehmen einen besonderen Faden zu geben, einigte man sich auf das Thema „Was ist normal?“. Wie kann sich eine Ausstellung einem so einschneidenden Ereignis wie der Corona-Pandemie annähern? Wie wird in der Kunst darüber reflektiert, darauf reagiert? Recht schnell wurde in der Vorbereitung der Jubiläumsausstellung klar, dass diese Thematik viele Zugänge kennt. Warum ist uns Normalität so wichtig? Und wie könnte eine neue Normalität nach Corona aussehen?

Mit viel Leidenschaft und technischem sowie künstlerischem Know-how wurde ein Rundgang durch die Stadt Grein konzipiert, der mit seinen 13 Stationen viel Stoff zum Nachdenken liefert, aber auch sinnliche Eindrücke hinterlässt.

Es überrascht, wie stark die Eindrücke und Erlebnisse des letzten Jahres dabei eingeflossen sind. Leere Plätze, vergessene Wege, verlassene Räume, Entbehrungen und Reglementierungen, Ängste und Sorgen. Allen 13 Werkstationen ist gemein, dass sie über den Moment hinauswirken und im besten Fall etwas Allgemeingültiges oder gar Zeitloses in sich tragen.

Stationen wie die Straßenmalerei am Esperantoplatz, die „Windhosen“, der „Himmel überm 20er-Hof“, der „Verkehrsschilder-Strauß“, die „Galerie in der Box“ oder der „Regenmacher“ und der „Fabelwesengarten“, um nur einige herauszugreifen, faszinieren. Ein Rundgang voller Überraschungen. Bis zum 30. September gibt es die Möglichkeit, dieses einzigartige Projekt zu erwandern.