Amstetten: Kampf gegen Bakterien in Trinkwasser

Stadtwerke mussten Leitungsnetz spülen. Auch Spital war betroffen. Kein Gesundheitsrisiko.

Erstellt am 14. November 2018 | 05:15
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Leitungsnetz gespült - Amstetten: Kampf gegen Bakterien in Trinkwasser
Spülen ist das beste Mittel um Leitungen wieder bakterienfrei zu machen. In länger stillstehendem Wasser vermehren sie sich hingegen.
Foto: shutterstock/maxpro

Mit erhöhten Konzentrationen an wassereigenen Bakterien im Leitungssystem haben die Stadtwerke seit einigen Wochen im Versorgungsbereich des Hochbehälters Südhangsiedlung zu kämpfen – betroffen ist damit auch das Landesklinikum.

Gefahr für Patienten oder die Bevölkerung bestehe aber nicht und sei auch zu keinem Zeitpunkt gegeben gewesen, betont Wassermeister Wolfgang Hackl. „Denn sonst hätten wir die Verbraucher natürlich sofort informiert. Die Vorgangsweise wurde mit der Behörde abgestimmt. Wir sprechen von einem Bakterium, das ohnehin immer im Wasser vorhanden ist. Im Normalfall ist die Konzentration dieses Bakteriums nicht mehr als 1 in 1.000 Liter“, erklärt der Stadtwerkemitarbeiter.

„Haben umgehend entsprechende Maßnahmen gesetzt“

Die Trinkwasserverordnung hält allerdings fest, dass in einer Hundert-Milliliter-Probe dieses Bakterium nicht enthalten sein darf. Genau das war aber im September im Landesklinikum der Fall. Dort wird das Wasser jährlich mehrmals vom Hygieneinstitut der Medizinischen Universität Wien überprüft.

Natürlich wurden die Stadtwerke sofort über das Untersuchungsergebnis informiert. „Wir haben auch umgehend entsprechende Maßnahmen gesetzt, um das Trinkwasser wieder in einwandfreien Zustand zu bringen“, betont Hackl.

Unter anderem sei der Hochbehälter in der Südhangsiedlung mit einem Fassungsvermögen von 9.000 Kubikmetern mehrmals entleert und mit frischem Wasser gespült worden, ebenso die betroffenen Wasserleitungen.

Mögliche Ursachen für die Vermehrung der wassereigenen Bakterien gibt es mehrere. Auslöser könnten zum Beispiel die Baustellen im Umfeld des Spitals gewesen sein. Im Bereich der Südhangsiedlung wurden ja Arbeiten an den Wasserleitungen durchgeführt. Auch in der Agathastraße gab es Reparaturarbeiten am Wasserleitungsnetz.

Diese Bauarbeiten machten Absperrmaßnahmen notwendig, wodurch es zu Stagnationen des Wassers in diesen Abschnitten des Leitungssystems kam.

Auch die Hitze im Sommer könnte zu den erhöhten Bakterienkonzentrationen beigetragen haben, denn Wärme begünstigt deren Vermehrung. Inzwischen scheinen die Stadtwerke das Problem aber gelöst zu haben. „Wir haben am 25. Oktober 13 Wasserproben an verschiedenen Stellen entnommen, und alle waren unauffällig. Dennoch führen wir auch weiterhin Spülungen des Hochbehälters und der Leitungen durch“, berichtet Hackl.

Weitere Proben sollen Entwarnung geben

In Kürze werden auch durch das Institut für Hygiene Proben entnommen und untersucht. Wenn diese ebenfalls unauffällig sind, können die Maßnahmen beendet werden. Auch die Überprüfung der Wasserproben des Klinikums haben ergeben, dass das Bakterium in den Leitungen nicht mehr nachweisbar ist und das Wasser daher wieder der Trinkwasserverordnung entspricht.

Die Maßnahmen zur Prophylaxe derartiger Bakterien- und Keimbesiedlungen im Leitungssystem des Landesklinikums werden routinemäßig fortgeführt. Wasserproben werden in den Kliniken ohnehin regelmäßig überprüft.

Den Stadtwerken sind durch die Spülungen des Hochbehälters und der Leitungen viele tausend Liter Trinkwasser verloren gegangen. „Aber in so einem Fall ist das einfach zu machen. Da dürfen die dadurch entstehenden Kosten natürlich keine Rolle spielen“, sagt Wassermeister Hackl.