Amstettner Bücherei: Neue Welten erkunden . Die künftige Bücherei-Koordinatorin Alexandra Karner über die Vorzüge des Lesen.

Von Doris Schleifer-Höderl. Erstellt am 11. Juni 2021 (09:05)
„Lesen eröffnet neue Welten und Sichtweisen. Ob man will oder nicht, man möchte unweigerlich immer noch mehr wissen. Zumindest mir geht es so!“, betont Alexandra Karner.
Schleifer-Höderl

Schon als Kind war Alexandra Karners größte Leidenschaft das Lesen. „Ich kann mich trotz Recherchen zwar nicht mehr an den Titel meines ersten Buches erinnern, aber am Cover war ein Drache mit einem Ei“, erzählt die sympathische Bibliothekarin schmunzelnd. „Von da an wars um mich geschehen!“

Die gebürtige Kematnerin war natürlich auch in der Orts-Bücherei eingeschrieben jahrelang Stammgast, bis sie mit 19 Jahren nach Amstetten zog. „Lesen ist für mich einerseits Entspannung pur und andererseits Wissen erweitern. So habe ich mir etwa während des Lesens von Daniel Kehlmanns 2018 erschienenem Buch „Tyll“, in dem der Dreißigjährige Krieg thematisiert wird, gedacht, ich mache mich weiter über die vor 400 Jahren vorgefallenen Ereignisse schlau. Ich finde, Lesen eröffnet einem neue Welten und Sichtweisen. Zumindest mir geht es so!“

Seit 2003 in Amstettner Bücherei

Die gelernte Einzelhandelskauffrau ist seit 2003 in der Amstettner Bücherei beschäftigt, begann zwei Jahre später ihre Ausbildung zur Bibliothekarin, die sie schließlich 2007 abschloss. Zwischen den beinahe 25.000 Medien, die die Bücherei ihr Eigen nennt, fühlt sich Alexandra Karner ungemein wohl. „Es lässt sich schwer beschreiben. Ich fühle mich hier eigentlich wie im Paradies! Das Schönste an meinem Beruf ist, man kann zudem jeden Tag durch den Kontakt mit den Leuten etwas Neues dazulernen. Zu uns kommen alle Altersgruppen. Jede einzelne Begegnung ist toll! Auch mit ihnen über die Bücher zu reden, wie sie ihnen gefallen haben, oder die eine oder andere Buchempfehlung zu geben, finde ich bereichernd“, klärt sie über ihren Alltag auf.

Bibliothek wird stets „aufgefrischt“

2020 hat die Bücherei übrigens 2.745 Medienneuerscheinungen angeschafft. „Das ist wichtig, denn eine Bibliothek sollte stets aufgefrischt werden“, ist sich Alexandra Karner sicher. „Schließlich brauchen Bücherwürmer und Leseratten immer neuen Stoff“, so die Mutter einer erwachsenen Tochter augenzwinkernd.

Die 51-Jährige, die ab 1. Juli die Koordination der Bücherei übernimmt, bevorzugt für sich selbst Belletristik, ist aber auch Fan von Biografien. „Jene von Michelle Obama hat mich tief beeindruckt“, berichtet sie. „Aber auch Bernadine Evaristos „Mädchen, Frau etc.“ sowie „Eine ganze Welt“ von Goldie Goldbloom waren sensationelle Bücher für mich und sehr bereichernd. Ich kann sie nur weiterempfehlen.“

Digital, in Buchform sowie mit den Ohren

Da Alexandra Karner quasi an der Quelle sitzt, ist ihre Privatbibliothek nicht übermäßig groß. „Selbstverständlich habe ich Bücher daheim, aber es hält sich im Rahmen. Ich kann mir ja jederzeit Lesestoff ausborgen. Bücher zu besitzen ist nicht unbedingt das Meine, ich bin vollauf zufrieden, wenn ich sie lesen darf.“ Auch einen E-Reader besitzt Alexandra Karner daher nicht. Sie brauche das Haptische, verstehe aber dennoch alle, die das Digitale bevorzugen. Daher bietet man in der Bibliothek auch beides an. „Entscheidend ist aber doch, dass gelesen wird – in welcher Form auch immer.

Buch wird immer gefragt sein

Derzeit werden nach wie vor mehr Bücher in herkömmlicher Form entliehen. An ein Ende des Buches in analoger Form glaubt die Neo-Bücherei-Koordinatorin jedoch zurzeit nicht. „Es ist nämlich schon ein ganz besonderes Erlebnis, ein Buch in Händen zu halten, das bestätigen uns auch jüngere Leser immer wieder.“

Und wie sieht es mit Hörbüchern aus? „Die konsumiere ich während meiner sportlichen Betätigung, dem Laufen. Wie man sieht, ohne Literatur-Konsumation geht bei mir so gut wie gar nichts!“