"Impfung im Amstettner Spital regelkonform"

Die NÖN wurde mit einer Beschwerde gegen das Landesklinikum Amstetten konfrontiert. Dort seien, entgegen den Vorgaben des Gesundheitsministeriums, auch Mitarbeiter der Verwaltung gegen Corona geimpft worden, für die kein höheres Gefährdungspotenzial bestehe. Die Landesgesundheitsagentur betont, dass die Impfungen im Klinikum regelkonform abgelaufen seien. Da genau am Tag der Impfaktion aber die Freigabe kam, aus den Biontech/Pfizer-Fläschchen sechs statt fünf Impfdosen zu entnehmen, hätten jedoch mehr Mitarbeiter geimpft werden können, als ursprünglich geplant.

Aktualisiert am 28. Januar 2021 | 16:00
ams46mariannee Uneinigkeit über Personalmangel am Landesklinikum Amstetten
Foto: Kovacs

Die Impfaktion im Landesklinikum fand am 8. Jänner statt. Es gab auch eine Anmeldeliste. "Ziel war es, die Mitarbeiter in den Covid-exponierten Bereichen zu impfen, um diese bestmöglich zu schützen. Entsprechend dieser Vorgabe der Regierung wurde der Ablauf der Impfungen geplant und durchgeführt und die Mitarbeiter in den betroffenen Abteilungen wurden vorrangig geimpft. Um alle Dosen zu nutzen, wurde anschließend auf die Mitarbeiter in anderen Bereichen zurückgegriffen, die aufgrund ihrer Tätigkeiten im Umgang mit Kollegen sowie Patienten auch gefährdet sind, sich mit Covid-19 anzustecken", heißt es in einer Stellungnahme der LGA.

Nicht nur Pflegekräfte und Ärzte hätten ja Kontakt mit Patienten, sondern auch Verwaltungsmitarbeiter (Reinigung, Technik, Aufnahmepersonal, Hol- und Bringdienst und Stationssekretärinnen) hätten tagtäglich mit ihnen zu tun. 

Just am 8. Jänner, als in Amstetten geimpft wurde, kam die Freigabe, aus den verteilten Biontech/Pfizer-Fläschchen sechs statt nur fünf Impfdosen zu entnehmen. "Durch die Apothekenmitarbeiter konnten aus den gelieferten 120 Fläschchen Impfstoff für 600 Impfungen somit dann 840 Impfungen bereit gestellt werden. Das ermöglichte, auch  Mitarbeitern in Nicht-Patientenbereichen eine Impfung zu erhalten. Natürlich war man im Landesklinikum Amstetten darauf bedacht, nichts von dem kostbaren Impfstoff zu verwerfen, dann das wäre unverantwortlich gewesen", betont LGA-Pressesprecher Bernhard Jany.

Betriebsratsvorsitzende Margit Huber sind keine Beschwerden über die Impfaktion zu Ohren gekommen. "Wenn tatsächlich Mitarbeiter aus der Verwaltung geimpft worden sind, dann waren das sicher vorrangig  solche, die direkten Patientenkontakt haben, weil sie Daten aufnehmen etc. Für sie ist der Schutz genauso wichtig wie für das medizinische Personal", sagt die Personalvertreterin. In die Abwicklung der Impfaktion sei der Betriebsrat nicht involviert gewesen. 

Gesundheitslandesrätin meldet sich zu Wort

Zu Wort meldet sich zu der Impfaktion im Landesklinikum Amstetten auf Anfrage der NÖN auch Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

„Grundsätzlich organisiert die Landesgesundheitsagentur die Impfungen in ihrem Bereich selbstständig. Die Zuteilung der Impfdosen erfolgt über den Impfkoordinator des Landes NÖ, solange bis ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen. Aktuell befinden wir uns in der 1. Phase der Nationalen Impfstrategie, in der vor allem in Alten- u. Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern, z. B. Covid-19-Stationen, Intensivstationen, geimpft wird. An der Reihe sind derzeit auch Mitarbeiter aus dem Gesundheitsbereich mit hohem Expositionsrisiko. Es gibt klare Vorgaben, die für alle gelten und an die man sich auch zu halten hat“, betont die Landesrätin.

In Niederösterreich gehe man nach der Impfstrategie des Nationalen Impfgremiums vor, weil diese sinnvoll sei. Es gebe aber auch den klaren Auftrag, keine Impfdosen zu verwerfen. Wenn im Rahmen einer lokalen Impfaktion am Ende Impfstoff überbleibe (weil z.B. Personen nicht erschienen sind) und dieser Impfstoff aufgrund der begrenzten Haltbarkeit nicht weiter gelagert werden könne oder dürfe, dann könne er vor Ort auch an einen Personenkreis verimpft werden, der eigentlich noch nicht für die Impfung vorgesehen sei.

„Beispiele sind etwa anwesende Angehörige, wichtige Bezugspersonen bei demenzerkrankten Menschen, Impfteams, nicht angemeldete Personen, die dann doch wollen oder die örtlichen Rettungssanitäter. In diesem Zusammenhang sollen auch lokale Ersatzlisten geführt werden. Zu bevorzugen sind natürlich jene Personen, die gemäß der laufenden Phase die Schutzimpfung erhalten sollen. In diesem Spannungsfeld befinden sich die impfenden Ärzte und Ärztinnen bzw. Impfbeauftragten bei ihrer täglichen Arbeit vor Ort“, sagt Königsberger-Ludwig. Auch sie weist darauf hin, dass im Landesklinikum Amstetten vor allem deswegen Impfdosen übrig geblieben seien, weil an diesem Tag die Information kam, dass man nun sechs, statt fünf Impfdosen aus einem Fläschchen ziehen könne.