Tiere als Therapeuten am Steinbacherhof . Der Steinbacherhof hat um Unterstützung angesucht. Die Spenden sollen Familien zugutekommen, die sich die tiergestützte Therapie nicht leisten können.

Von Josef Christelli. Erstellt am 10. Dezember 2020 (04:51)
Doris Waldhäusel mit Fabian, Sofia, Laetitia und Clara, die nicht therapiert wurden, sondern nur die Pferde besuchen wollten.
Christelli

Eine schwierige Zeit hatte der Reittherapiehof Steinbacherhof im Coronajahr zu meistern. Das Jahr startete mit einer guten Auftragslage und Kooperationen mit Pflege- und Therapieanstalten, doch dann wurde durch den ersten Lockdown alles storniert. Der Unterstützerverein „Lebensträume Steinbacherhof“ suchte jede noch so winzige Chance, um den Hof am Leben zu erhalten. Leiterin Doris Waldhäusl war verzweifelt und glaubte, ihr Lebenswerk zu verlieren. Die erfahrende Therapeutin zitterte um ihre 30 Tiere – Pferde, Ponys, Hunde, Katzen und Meerschweinchen. Kosten für Futter und Tierarzt sprengten das Budget.

Medien wie die NÖN riefen zu Spenden auf; mit Geld- und Futterspenden konnte sich der Verein über den Lockdown retten, doch wichtige Einnahmen von Therapiestunden fehlten. Auch das Sommerfest konnte nicht stattfinden und – das Schlimmste – Besucher durften nicht auf den Hof. Eltern ka-men extra mit ihren Kindern vorbei, um über den Zaun zu schauen. „Die Kinder wollten nur sehen, ob ihre Lieblinge überhaupt noch da sind“, blickt Waldhäusel gerührt auf diese Zeit zurück.

„Licht ins Dunkel übernahm heuer Teile der Therapiekosten für Familien, darauf hoffe ich auch für 2021.“ Doris Waldhäusl

Finanzielle Unterstützung vom Staat gab es nicht. Das sei ihr auch klar gewesen, betont die Leiterin: „Ich mache mit dem Hof keine Gewinne, und welche Therapeutin hat gleich 30 Tiere im Hintergrund, um gut arbeiten zu können?“ Doch sie wurde nicht alleine gelassen: „Lucky Horse“ aus Kor neuburg spendierte Futter für die Pferde, eine Pensionistin aus Korneuburg brachte jede Woche eine Kofferraumladung voll mit Futter vorbei. Es gibt dazu zahlreiche Storys, wie die einer Therapierten, die mit ihrem Moped ankam und ihr erstes selbst verdientes Trinkgeld in den Postkasten warf – als Dank, dass ihr Waldhäusl und deren Tiere über eine schwierige Zeit geholfen haben.

Mit Futter- und Geldspenden hielt sich Waldhäusl über Wasser, ein Sponsor hat die Tierarztkosten übernommen. Das war eine große Erleichterung für die engagierte Therapeutin und den Unterstützerverein, der auch finanziell nicht gut da stand. „Die Spenden blieben aus, wir haben überall versucht, was zu bekommen“, so Vereinsverwalterin Eva Derdak. So wurden Therapiegutscheine für die Zeit nach dem Lockdown verkauft.

Ein Ferienlager wurde bereits von Licht ins Dunkel unterstützt, um notwendige therapeutische Maßnahmen für Kinder zu ermöglichen, deren Eltern sich die Therapien nicht leisten hätten können. Auch für nächstes Jahr hat der Verein um Unterstützung für solche notwendigen Therapien angesucht, um für die Familien einen Beitrag zu leisten. Waldhäusl möchte aber klarstellen: „Der Hof selber wird nicht unterstützt, sondern die Familien, deren Kinder solche Pferdetherapien brauchen.“ Die neue Reittherapiehalle ist fast fertig, aber in diesem Jahr war es absolut nicht möglich, diese komplett fertigzustellen.

Nach dem ersten Lockdown durfte sich Waldhäusel im Sommer über Aufwind freuen, die Auftragslage war gut. Es sei viel nachzuholen gewesen, erinnert sie, auch die Gutscheine waren einzulösen, deshalb relativiert sie: „Der Ertrag war nicht berauschend, aber es hätte schlimmer kommen können.“ Das wäre der Fall gewesen, wenn die Therapeutin alle ihre Tiere verloren hätte, die ja die Hauptdarsteller ihres Hofs sind.