Bezirk Amstetten: „Eingeschränkter Betrieb“ auf Ämtern. Gemeinden halten Serviceleistungen für Bürger aufrecht. Besuche auf Ämtern sind aber nur gegen Voranmeldung möglich. Auch die politische Arbeit läuft im Hintergrund weiter.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 18. November 2020 (04:57)
„Müssen trotzdem nach vorne schauen“, sagt Hannes Pressl.
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Auch die Gemeinden haben sich auf den zweiwöchigen Lockdown eingestellt. „Wir werden schauen, dass wir den Amtsverkehr zwar einschränken, aber doch unsere Dienstleistungen für die Bürger aufrecht erhalten. Teilweise werden Mitarbeiter das auch im Homeoffice tun. Aufs Gemeindeamt können Bürger nur gegen Voranmeldung kommen“, sagt der designierte NÖ-Gemeindebundobmann, Ardaggers Ortschef Hannes Pressl.

Noch unklar war am Montag, wie viele Stützkräfte die Gemeinde Ardagger für den Kindergarten- und Schulbetrieb zur Verfügung stellen muss. „Da warten wir noch auf Rückmeldungen, um einschätzen zu können, wie viele Eltern eine Betreuung für ihre Kinder benötigen“, erklärte Pressl. Derzeit wird in allen Gemeinden gerade an den Budgets für das nächste Jahr gefeilt.

Durch die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einnahmensverluste ist das an sich keine leichte Aufgabe, der Lockdown erschwert sie nun zusätzlich. „Da aber die politische Arbeit von der Verordnung ausgenommen ist, gehe ich davon aus, dass Sitzungen in kleinerem Rahmen mit physischer Anwesenheit stattfinden. Die Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen sind wir inzwischen ja gewohnt. Wichtig ist, dass wir auch in dieser Phase nicht den Kopf hängen lassen, sondern nach vorne schauen“, erklärt Ardaggers Bürgermeister.

Die meisten Budgetsitzungen sind ohnehin erst für Dezember anberaumt. Was der zweite Lockdown finanziell für die Gemeinden bedeuten wird, ist noch nicht absehbar. „Aber wir hängen als Gemeinden natürlich am allgemeinen Steuertopf und je mehr die Wirtschaft unter Druck kommt, umso mehr schwinden auch unsere Einnahmen“, sagt Pressl.

Wir lassen sicher niemanden allein

Auch in Amstetten herrscht am Gemeindeamt eingeschränkter Betrieb und Kundenkontakt gibt es nur gegen Voranmeldung. „Die Betreuung in den Kindergärten ist natürlich gewährleistet, wir appellieren aber an alle Eltern, ihre Kinder wirklich nur dann zu schicken, wenn es nicht anders geht. Wir bemühen uns auch, hausintern individuelle Lösungen zu finden, und werden auch mit Sonderurlaub arbeiten“, sagt Stadtchef Christian Haberhauer.

„Wir wollen möglichst alles über Telefon und Mail abwickeln“, erklärt Haags Bürgermeister Lukas Michlmayr und bittet darum, aufschiebbare amtliche Anliegen auf später zu verschieben. „Einen Reisepass kann man ja auch später machen lassen“, betont der Stadtchef. Wenn nötig, gibt es Betreuung in Volksschule, Kindergarten und Tagesbetreuungseinrichtung. Zudem überlegt man, das Team Haag wieder aufleben zu lassen und mit einem Einkaufsdienst zu helfen. „Wer Hilfe braucht, kann gerne jederzeit am Amt anrufen.“