„Man muss das Ganze sehen!“

Erstellt am 03. Jänner 2012 | 00:00
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FEUERWEHR / Bezirkskommandant Armin Blutsch ist sicher, dass die Feuerwehren auch nach der Umsetzung der neuen Ausrüstungsverordnung ihren Auftrag erfüllen können.
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Auch bei der Feier zum 50. Geburtstag von Landesbranddirektor Stellvertreter Armin Blutsch - hier mit Landesbranddirektor Josef Buchta - im Jänner 2011 war die NÖ Ausrüstungsverordnung unter den Feuerwehrkameraden schon ein Thema. ARCHIV/HUDLER
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VON HANNES HIRTENLEHNER

BEZIRK AMSTETTEN / Einige Veränderungen wird es heuer auch für die Feuerwehren im Bezirk Amstetten geben. Bei zahlreichen größeren Ankäufen wird 2012 die NÖ Feuerwehr-Ausrüstungsverordnung, die bereits am 22. Juli 2011 in Kraft trat, angewendet. Nach der Umsetzung der neuen Regelung werden manchen Feuerwehren im Bezirk weniger Fahrzeuge zur Verfügung stehen - was in Feuerwehrkreisen auch Kritik hervorgerufen hat.

„Feuerwehren können ihren  Auftrag weiterhin erfüllen“

Bezirksfeuerwehrkommandant und Landesbranddirektor-Stellvertreter Armin Blutsch steht der Verordnung positiv gegenüber: „Natürlich wird es da oder dort weniger Fahrzeuge geben. Damit werden politische Vorgaben erfüllt. Wo man früher zwei hatte, kommt man jetzt mit einem Fahrzeug aus, das dafür besser ausgestattet ist. Die neuen Hauptlöschfahrzeuge - HLF 1, 2 und 3 - verfügen über Wassertank, Atemschutz, Stromgenerator und Unterwasserpumpe.“ Der Bezirkskommandant ist jedenfalls sicher: „Die Feuerwehren können ihren Auftrag auch künftig erfüllen und der Bevölkerung in Gefahrensituationen entsprechend helfen. Man muss einfach das Ganze sehen. Es ist jetzt sogar eine Zusatzausstattung dabei - zum Beispiel sind nun alle Fahrzeuge mit einer Motorsäge ausgestattet.“

Zwei Tanklöschfahrzeuge mit 4000 Liter Fassungsvermögen könnten natürlich nicht durch ein Fahrzeug ersetzt werden, räumt Blutsch ein: „Aber bei einem Großbrand - wie kürzlich bei bei der Firma Umdasch - braucht man sowieso mehr Fahrzeuge. Da war die Feuerwehr Amstetten schon mit sechs Autos im Einsatz, weitere Feuerwehren mussten dazu alarmiert werden.“

Gemeinden werden je nach  Gefahrenpotenzial bewertet

Gemäß der neuen Einsatzverordnung wird jede Gemeinde mit einer Gefahren-Berechnungsmatrix bewertet. „Das Risiko wird dabei in Zahlenwerte umgerechnet. Die Einstufung ergibt sich dabei aus der Einwohnerzahl, der Zahl der Häuser und der Struktur der Gemeinde. Auch die Zahl der Betriebe spielt eine Rolle. Das Bewertungssystem ist für alle Gemeinden in Niederösterreich gleich“, betont Bezirkskommandant Blutsch.

Sehr begrüßt wird von den Einsatzorganisationen die Einführung der Rettungsgasse mit 1. Jänner 2012. Diese Neuerung soll es den Einsatzkräften ermöglichen, auf Schnellstraßen und Autobahnen schneller zu einem Unfallort vorzudringen. Blutsch erklärt: „Sobald ein Stau beginnt, müssen die Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Die Infokampagne der Asfinag hat gepasst, alle Verkehrsteilnehmer sollten ausreichend darüber informiert sein.“ Der Strafrahmen reicht bis zu 2180 Euro, wenn ein Einsatzfahrzeug behindert wird.

 

 

 

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