Masterplan für Amstettner City liegt im Juni am Tisch. So schnell wie möglich will die Stadt Amstetten nun in Sachen Zentrumsgestaltung Nägel mit Köpfen machen. Schon am 17. Juni soll der Masterplan für die Innenstadt präsentiert werden, der bereits Einblick in die künftige Gestaltung und das neue Verkehrsleitsystem geben wird. Für die genaue Planung und Umsetzung des Konzepts wird dann ein Wettbewerb unter Stadtplanern und Architekten ausgelobt. Diese sollen bis Ende des Jahres Zeit haben, ihre konkreten Entwürfe zu präsentieren. Die Umsetzung wird im September 2022 starten.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 10. März 2021 (16:17)
Bei der Präsentation des Fahrplans für die Innenstadtgestaltung (von links): Vizebürgermeister Markus Brandstetter, HOFcafe-Betreiber Werner Seifert, Bürgermeister Christian Haberhauer, CCA-Geschäftsführer Hannes Grubner und der Geschäftsführer der Amstetten Marketing GmbH, Georg Trimmel.
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Für die Erarbeitung des Masterplans, der im Juni präsentiert werden soll, hat sich die Stadt die Firmen CIMA-Beratung und YEWO Landscapes ins Boot geholt. 

Die CIMA-Beratung soll einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, der unter dem Schlagwort "Frequenz" alles umfasst, was eine Stadt braucht, um Menschen anzulocken - vom Angebot (nicht nur der Geschäfte, sondern auch am Schul- und Freizeitsektor, im medizinischen Bereich etc.) über die Erreichbarkeit, bis hin zur Gestaltung der Straßen und Plätze. Aber auch Vorschläge wie man das Einkaufsverhalten der Menschen verändern und Regionalität und Nachhaltigkeit fördern kann, sollen darin enthalten sein.  

Die Aufgabe von YEWO-Landscapes ist es, einen Gesamtplan für die Zentrumszone und einen Vorentwurf für den Hauptplatz zu erstellen.  "Dabei sollen und werden natürlich auch alle Vorschläge einfließen, die im Zuge der Stadterneuerung von den Bürgern gemacht wurden", versichert Vizebürgermeister Markus Brandstetter. Es gab ja eine Fragebogenaktion mit rund 750 Teilnehmern und es waren und sind auch Arbeitsgruppen zu den unterschiedlichen Themen am Werk. "Unser großes Ziel ist es, eine liebeswerte Heimatstadt zu schaffen. Wir wollen Amstetten zu einer Stadt der Chancen und mit Charakter machen", sagt der VP-Politiker.

Investitionen im einstelligen Millionenbereich

Im Budget für das nächste Jahr wird auch Geld für die Umgestaltung der Innenstadt bereitgestellt werden. "Nachdem nun das Unterstützungspaket des Bundes bekannt ist und wir auch wissen, in welcher Höhe wir Ertragsanteile vom Land erwarten dürfen, haben wir Planungssicherheit. Damit können wir in die Umsetzungsphase gehen", sagt Bürgermeister Christian Haberhauer (ÖVP).
Die Stadt wird eine Summe im einstelligen Millionenbereich in die Zentrumsgestaltung investieren. Die Arbeiten starten deshalb erst im September 2022, weil man nächstes Jahr, nach dem erhofften Ende der Corona-Krise, nicht die Schanigärten-Saison der Gastwirte mit Bauarbeiten beeinträchtigen will. Dasselbe gilt natürlich aber auch für das Weihnachtsgeschäft der Handelsbetriebe. "Wir werden einen genauen Plan erstellen, um nötige Arbeiten vor Geschäften so kurz wie möglich zu halten", verspricht der Stadtchef.

Kaufmannschaft freut sich auf Projekte

Mit im Boot sind bei der Zentrumsgestaltung auch die Geschäftsleute des Hauptplatzes, der Rathausstraße und der Wiener Straße. Werner Seifert, Betreiber des HOFcafes und Vorsitzender des Marketing-Beirats, bestätigt, "dass die Zusammenarbeit zwischen der Kaufmannschaft, der Marketing GmbH und der Stadt sehr gut funktioniert. Wir freuen uns auf die kommenden Projekte." Vorerst hofft Seifert auf ein baldiges Ende des Corona-Lockdowns, damit er sein Café wieder öffnen kann.  

Ein wichtiger Partner der Stadt ist natürlich auch das City Center Amstetten mit seinen 60 Shops und rund 25.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Geschäftsführer Hannes Grubner begrüßt alle Initiativen, die die Einkaufsstadt Amstetten noch attraktiver machen. Im CCA wirkt sich natürlich das Fehlen der Gastronomie derzeit negativ auf die Besucherfrequenz aus. "Wir haben weniger Kunden aber die kaufen dafür bewusster und auch mehr", sagt Grubner. Er glaubt fest an die Zukunft des stationären Handels, der bei den Kunden mit Beratung und Serviceleistungen punkten kann.

Branchenmix in Amstetten zufriedenstellend

Dass es um die Amstettner City gar nicht so schlecht bestellt ist, wie Kritiker oft meinen,  zeigt eine neue Studie der Standort + Markt Beratungsgesellschaft M.B.H., die 40 Städte beziehungsweise Einkaufsdestinationen untersucht hat, darunter auch Amstetten. 
"Mit einer Verkaufsfläche von 2,18 m² pro Einwohner in A-Lage liegt Amstetten sogar im Spitzenfeld und mit einer Leerstandsquote von 7,3 Prozent im guten Mittelfeld aller untersuchten Städte. Besorgniserregend ist allerdings, dass die Leerstandsquote von 2016 bis 2021 von 5,5 auf 7,3 Prozent gestiegen ist. Diesen Trend müssen wir daher unbedingt stoppen", sagt Georg Trimmel, Geschäftsführer der Amstetten Marketing GmbH.

Deutlich über dem Schnitt der untersuchten Städte liegt in Amstetten  - mit 81 Prozent -  der Filialflächenanteil im Einzelhandel. "Da müssen wir auch als Stadtmarketing Akzente setzen, um künftig mehr junge Unternehmer mit kreativen Geschäftsideen nach Amstetten zu holen", sagt Trimmel. 

Ein gutes Zeugnis stellt die Studie dem Branchenmix in Amstetten aus, allerdings fehlt es im Vergleich zu anderen Städten an Gastronomiebetrieben.