Gesundheitszentrum: Baubeginn im Frühjahr

Stadt Amstetten hat das Areal am Landesklinikum bereits umgewidmet. Auch die Planung ist bereits weit fortgeschritten. Genaue Kostenschätzung liegt noch nicht vor.

Erstellt am 07. Oktober 2020 | 04:58
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Ortsvorsteher Manuel Scherscher und Hilfswerkpräsidentin Michaela Hinterholzer vor dem denkmalgeschützten Eingang zur ehemaligen Gärtnerei des Landesklinikums, der erhalten bleiben muss.
Foto: Knapp

Eine wichtige Weiche für das geplante Primärversorgungszentrum am Areal der ehemaligen Gärtnerei des Landesklinikums Mauer hat der Gemeinderat kürzlich gestellt. Die Fläche wurde von „Bauland Sondergebiet Krankenanstalt“ auf „Bauland Kerngebiet Gesundheitseinrichtungen medizin- und pflegeaffiner Wohnbedarf“ umgewidmet. Nun muss nur noch das Land seinen endgültigen Sanctus dazu geben.

Errichtet wird die Anlage auf der rund 7.500 Quadratmeter großen Fläche von der Genossenschaft Gedesag. Die Landesimmobiliengesellschaft stellt ihr das Areal im Rahmen eines Baurechtsvertrages langfristig zur Verfügung. Das Herzstück wird mit rund 950 Quadratmetern Nutzfläche auf zwei Geschoßebenen ein Primärversorgungszentrum bilden. Dort sollen drei Hausärzte angesiedelt werden und an fünf Tagen in der Woche von 7 bis 19 Uhr die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Allgemeinmediziner Daniel Bauer, der ja jetzt schon im Rahmen der Landarztgarantie in Mauer ordiniert, hat Interesse bekundet, ins neue Gesundheitszentrum zu übersiedeln. „Wir sind zuversichtlich, dass sich auch noch zwei andere Ärzte finden werden. Wir haben bei der Suche auch die Unterstützung der Landesgesundheitsagentur“, sagt Ortsvorsteher Manuel Scherscher (VP).

Auch Außenstelle einer Apotheke geplant

Im Primärversorgungszentrum wird aber auch Raum für Therapeuten, Fachmediziner und Wahlärzte zur Verfügung stehen. Außerdem soll dort eine Außenstelle einer Apotheke eingerichtet werden.

Neben dem Gesundheitszentrum werden auf dem Areal noch zwei dreigeschoßige Gebäude mit etwa 50 Wohnungen errichtet. „Wir wollen dort begleitetes Wohnen, aber auch junges Wohnen ermöglichen. Es wird daher drei sogenannte Flexi-Wohnungen mit je 90 Quadratmetern geben – also eine Art Wohngemeinschaft. Diese sind vor allem ein Angebot für Studenten“, sagt Scherscher.

Studierende wird es im Landesklinikum künftig vermehrt geben. Neben dem Bildungscampus für die Pflegeausbildung macht man sich in Mauer ja auch berechtigte Hoffnungen, Standort einer neuen Pflegefachhochschule zu werden. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die 50 Wohnungen rasch füllen werden. Das Klinikum hat auch schon Bedarf für einige Ärzte angemeldet“, sagt Scherscher.

Ob der Spatenstich für das Gesundheitszentrum, wie vor der Gemeinderatswahl angekündigt, noch heuer stattfinden kann oder doch ins Frühjahr verschoben wird, ist noch nicht klar. Das Coronavirus hat natürlich auch bei diesem Projekt den Zeitplan durcheinandergewirbelt. Fix ist aber, dass im Frühjahr mit dem Bau des Primärversorgungszentrums begonnen wird. Die Wohnblöcke sollen danach folgen.

Für das Projekt „Gesundheitszentrum“ stark gemacht hat sich auch Landtagsabgeordnete Michaela Hinterholzer (VP). Für sie ist es auch als Hilfswerkpräsidentin von großem Interesse. „Wir haben außer Ärzten ja alle medizinischen Berufsgruppen in unseren Reihen und werden uns als NGO bei diesem Projekt gerne einbringen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir in Mauer einen zusätzlichen Stützpunkt einrichten“, erklärt sie.

Eine genaue Kostenschätzung für das Projekt liegt noch nicht vor, Landesrat Martin Eichtinger (VP) erklärte aber im Vorjahr bei einer Besichtigung des Geländes, dass mindestens acht Millionen Euro verbaut würden.