Neue Mittelschule: Erste Klasse fix. Obwohl erst 13 Schüler angemeldet sind hat Bildungsmanager grünes Licht gegeben.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 09. April 2019 (06:18)
Gemeinderat Markus Brandstetter, Schulausschussobmann Ewald Übellacker sowie Anton Geister und Manuel Scherscher im Gespräch mit Bildungsmanager Josef Hörndler.
ÖVP

Die Anmeldung für das Schuljahr 2019/20 läuft bereits. In Amstetten sind derzeit 110 Schüler für die drei Mittelschulen Amstetten, Hausmening und Mauer gemeldet.

Da alle drei einen einzigen Sprengel bilden, würde es bei einem Teilungsschlüssel von 25 Kindern somit insgesamt fünf erste Klassen geben. „Da für die NMS Mauer erst 13 Schüler angemeldet sind, könnte das bedeuten, dass es dort im nächsten Jahr keine erste Klasse geben würde und die Kinder in andere Ortsteile pendeln müssten! Das ist ein Negativszenario, das wir auf keinen Fall wollen“, sagt VP-Fraktionsobmann Markus Brandstetter.

Gemeinsam mit Schulausschussobmann Ewald Übellacker und den Ortsteilvertretern Anton Geister und Manuel Scherscher hat er deshalb ein informelles Gespräch mit Bildungsmanager Josef Hörndler geführt. „Die gute Nachricht ist: Es gibt eine Lösung, die den Eltern und Kindern in Mauer das Zittern erspart.

Bildungsmanager Hörndler hat uns über die Möglichkeit informiert, im Rahmen der Schulautonomie eine Klasse mehr zu bilden und Ewald Übellacker hat das sofort aufgegriffen, um den Standort in Mauer abzusichern“, sagt Brandstetter.

Schulautonomie gibt mehr Freiheiten

Hörndler bestätigt gegenüber der NÖN, „dass das neue Bildungspaket die Möglichkeit einräumt, Klassen- und Gruppengrößen flexibel zu gestalten. Es kann also eine sechste Klasse gebildet werden, sofern die insgesamt zur Verfügung stehenden Ressourcen eingehalten werden. Auch die Dauer der Unterrichtseinheiten kann nun übrigens flexibel gestaltet werden“, berichtet der Bildungsmanager.

Besonders freut sich über die Absicherung des Schulstandortes Mauer natürlich VP-Ortsparteiobmann Manuel Scherscher. „Es ist wichtig, dass für die Familien Klarheit geschaffen wird und vielleicht hat das ja zur Folge, dass noch weitere Kinder angemeldet werden.“

Für Brandstetter hat die Stadt aber nur eine kurze Atempause gewonnen. „Nächstes Jahr könnten wir wieder vor demselben Problem stehen. „Aus unserer Sicht ist es wichtig, eine Gesamtstrategie und Vision für alle Schultypen und Standorte in der Stadt zu entwickeln, samt eines ambitionierten Investplans. Die Lösung, die jetzt gefunden wurde, ist wohl die letzte Chance für den Standort Mauer und wenn von der Bürgermeisterin nicht rasch gehandelt wird, dann ist das grob fahrlässig“, erklärt der VP-Politiker.

Ortsvorsteher Bernhard Wagner begrüßt dieEntscheidung des Bildungsmanagers.
Knapp

Für Mauers Ortsvorsteher Bernhard Wagner (SP) hat der Entschluss der Bildungsdirektion, eine sechste Klasse zu bilden, nichts mit der ÖVP zu tun. „2017 konnte erst sehr spät eine sechste Klasse gebildet werden. Das sorgte für berechtigte Kritik und Aufregung bei den Eltern. Man hat seitens der Bildungsredaktion daraus gelernt und daher schon jetzt entschieden, im kommenden Schuljahr auf jeden Fall eine sechste Klasse in der NMS Mauer zu bilden. Ich begrüße das natürlich, zumal ja schon 13 Kinder angemeldet sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass es noch mehr werden, ist groß“, sagt Wagner.

Was dem Ortsvorsteher sehr sauer aufstößt, sind „die Gepflogenheiten in unserer Nachbargemeinde Öhling, Kinder aus dem zuständigen Schulsprengel nach Aschbach abzuwerben. Derzeit sind es acht, sechs aus Öhling und zwei aus Mauer. Dies bedeutet eine vorsätzliche Schwächung des Schulstandortes der NMS Mauer“, kritisiert der SP-Politiker. Er betont, dass in Mauer sehr gut gearbeitet werde und auch die Qualität der Lehrkräfte hoch sei.

Öhlings Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer weist die Vorwürfe zurück. „Weder die Schule noch die Gemeinde wirbt für die NMS Aschbach. Es gehen auch Kinder nach Gleiß, in die Klosterschule und ins Gymnasium. Das ist allein eine Entscheidung der Eltern. Durch das neue Bildungspaket muss ja nicht mehr die Behörde zustimmen, sondern nur der Direktor der gewählten Schule.“