Eltern kritisieren: „Politik spielt mit uns“. Eltern, deren Kinder in der NMS Hausmening angemeldet waren und die jetzt in die NMS Mauer gehen sollen, erheben massive Vorwürfe. Stadtchefin weist diese zurück.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 12. Juli 2017 (06:06)
Sengstschmid
Stadtchefin Ursula Puchebner

„Wir Eltern sind nicht gewillt, diesen Beschluss einfach tatenlos hinzunehmen. Wehren können wir uns nur bedingt, jedoch gibt es einige Fakten, die die Öffentlichkeit wissen soll, weil sie zeigen, wie die Politik mit uns spielt und über unsere Köpfe hinweg entscheidet“.

Der Unmut mancher Eltern, die ihre Kinder für den Herbst in der Neuen Mittelschule Hausmening angemeldet haben und die nun in die NMS Mauer wechseln sollen, ist nach wie vor groß und sie wandten sich in der Vorwoche in einem Schreiben auch an die NÖN.

„Was haben unsere Kinder für eine schulische Zukunft?“

Die Kritikpunkte der Eltern im Einzelnen:

In der Volksschule Hausmening werde nur Werbung für die NMS Hausmening gemacht. Den Eltern würde nicht mitgeteilt, dass die NMS Mauer auch eine Option sei.

Öhlings Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer habe allen Eltern ihrer Gemeinde, deren Kinder eigentlich für die NMS Mauer vorgesehen waren (weil zur Schulgemeinde gehörend), zugesagt, dass die Kommune das Schulgeld auch übernehmen werde, wenn diese zum Beispiel die NMS Wallsee besuchen.

„Wir verstehen auch nicht, warum Kinder von Waldheim, Winklarn und Amstetten bei uns in die Schule gehen dürfen und die eigenen ortsansässigen Kinder nicht. Wir müssen unsere Kinder pendeln lassen, jene von Winklarn würden aber beispielsweise schon im Bus sitzen. Sollen diese doch nach Mauer weiter fahren“, fordern die Eltern in ihrem Schreiben.

Die NMS Mauer habe schon seit einigen Jahren einen sehr schlechten Ruf und daher sei es selbstverständlich, dass keiner mehr seine Kinder dort hingeben möchte. „Die neun ursprünglichen Kinder sind Kinder aus den Containerdörfern. Was haben unsere Kinder für eine schulische Zukunft?“, heißt es im Schreiben an die NÖN außerdem.

Zusammenfassend sind aus Sicht der Neufurther Eltern ihre Kinder die Leidtragenden von schlechten politischen Entscheidungen. „Sie werden von ihren Freunden getrennt und in eine fremde Schule gedrängt.“

Einzige Alternative sei es, sich überhaupt eine andere Schule zu suchen und für fünf Kinder sei das auch schon geschehen. „Damit das möglich wurde, mussten die Betreffenden für ihre Kinder aber einen Nebenwohnsitz bei den Großeltern oder Verwandten anmelden, damit sie zum Beispiel nach Neuhofen gehen können“, empfinden die Eltern das als Schikane.

Keine Kinder aus dem Containerdorf

Für Amstettens Bürgermeisterin Ursula Puchebner stellen sich die Fakten anders dar, als von den Eltern geschildert – etwa im Bezug auf Flüchtlingskinder. „Laut Auskunft der Schulverwaltung gehen keine Kinder aus dem Containerdorf in die NMS Mauer“, betont sie ausdrücklich.

„Für die erste Klasse sind derzeit zehn Kinder mit österreichischer Staatsbürgerschaft und sechs Kinder mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft angemeldet beziehungsweise werden eingeschult. Ob die Kinder schon in Österreich geboren wurden oder zugewandert sind, kann ich nicht sagen. Ich denke aber, es werden einige Kinder mit Migrationshintergrund dabei sein“, erklärt die Stadtchefin. Kinder aus Amstetten oder Mauer würden, so Puch

ebner, nur dann die NMS Hausmening besuchen, wenn sie Bedarf an einer Nachmittagsbetreuung hätten. „Das trifft im Herbst auf insgesamt vier Kinder zu“ sagt die Ortschefin. Kinder aus Winklarn (zum Amstettner Schulsprengel gehörig) nach Mauer zu schicken, komme schon deswegen nicht infrage, weil derzeit keine Kinder mit Wohnsitz Winklarn die NMS Hausmening besuchen würden, erklärt Puchebner.

Ob in der Volksschule Hausmening nur Werbung für die NMS Hausmening gemacht würde, könne sie, so die Stadtchefin, nicht beurteilen. „Tatsache ist aber, dass grundsätzlich jede Schule nur Werbung für sich selbst macht.“

Auch Öhlings Bürgermeisterin Michaela Hinterholzer widerspricht der Darstellung der Eltern. „Tatsache ist, dass fast alle bei uns infrage kommenden Kinder im Herbst entweder in eine Privatschule oder ins Gymnasium gehen. Darauf haben wir überhaupt keinen Einfluss. Nur ein einziges Kind wird auf Wunsch der Eltern in der NMS Wallsee eingeschult.“