Mehr Flair ist gefragt

Erstellt am 08. November 2011 | 00:00
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Foto: NOEN
NEUES MUSS HER / Viele Bürger sind mit dem Adventmarkt in Amstetten unzufrieden und haben zahlreiche gute Ideen dazu.
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AMSTETTEN / In wenigen Wochen beginnt die besinnliche Adventzeit. Und auf dem Amstettner Hauptplatz wird der Christkindlmarkt eröffnet. Die NÖN hat sich unter dem provokanten Motto „Christkindlmarkt Amstetten - freudig oder räudig“ auf die Suche nach Meinungen dazu gemacht. Die befragten Amstettner und Amstettnerinnen haben viele Ideen, wie der Markt schöner gestaltet werden könnte. Was er nicht sein soll, ist auch allen klar: „Ein Christkindlmarkt hat nicht den alleinigen Zweck, die Wirtschaft der Innenstadt anzukurbeln. Er soll für Gemeinschaftlichkeit, Nächstenliebe und Besinnlichkeit stehen. Er soll auch die Stadt und ihre Bürger verkörpern - ein unverkennbar ‚amstettnerischer‘ Christkindlmarkt sein.“

Daniela Schnettgen zieht ein persönliches Resümee der letzten Jahre: „Der Markt braucht mehr Flair. Weniger Punschstände, die aber dafür regionalen Biopunsch ausschenken und kein Zuckerwasser mit Alkohol, wäre mein Vorschlag. Ich verstehe nicht, warum in den kleinen Dörfern rund um Amstetten so schöne Märkte sind und bei uns geht es nur ums Trinken.“

An Verbesserungsvorschlägen mangelt es nicht. Ein Problem für viele junge Künstler und Handwerker der Region sind die Standmieten. Als Lösungsvorschlag kommt eine mögliche Gemeinschaftsaktion „Share a Standl“ ins Gespräch: Ein Stand, der zur Benützung ausgeschrieben wird. Interessierte könnten sich da in einer Liste - aufliegend bei Gemeinde oder CityClub - tageweise eintragen. Die Kosten würden von den Benützern anteilsmäßig übernommen.

Gemeinde soll investieren  und Atmosphäre verbessern

 

Der Wahlamstettner Bo Anicca hat im letzten Jahr das erste Mal den Adventmarkt erlebt. Seine Meinung dazu: „Die Gemeinde sollte investieren, um die Atmosphäre zu verbessern. Ein schöner Christkindlmarkt zeugt von gutem Stadtcharakter. Die Musik kann auch abwechslungsreicher sein - von Popliedern über Klassik bis zur Musikkapelle.“

Neben Handwerkern gibt es in der Umgebung auch viele musikalische Künstler, die sich einbringen könnten. Einen weiteren Aspekt bringt Gerhard Malleck in die vorweihnachtliche Hauptplatzgestaltung ein: „Wir haben so viele Kirchen und auch einige Klöster in der Region. Ich würde mir wünschen, dass es einen christlichen Stand gibt, wo man auch über Weihnachten und Glauben diskutieren kann.“

Die befragten Personen gaben auch immer wieder zu bedenken, ob der Hauptplatz wirklich der richtige Ort für den Christkindlmarkt ist. Der Schulpark und auch der Edlapark würden ihrer Meinung nach ein schöneres Ambiente bieten und mehr Lust aufs Schlendern, Gustieren und Schauen machen.

Für Julia Buchebner ist „das weihnachtliche Flair dem Am-stettner Christkindlmarkt irgendwo zwischen Punschgelage und Langos verloren gegangen. Livemusik, Feuerkünstler und Angebote zum Selbermachen, wie Kerzen ziehen oder Schmieden, wären Ideen dazu.“

Resümee: Der Adventmarkt hat noch viel Potenzial, das ausgeschöpft werden will: Die Am-stettner wollen stolz sein auf eine schöne und verbindende Gestaltung des Hauptplatzes in der besinnlichen Zeit des Jahres. Auch eine Non-profit-Idee wurde übrigens geboren: Das „Nimm“- Standl. Gesammelte Weihnachtsartikel werden - ganz antikapitalistisch - zur freien Entnahme angeboten.

 

Peter Bachler: „Meine Idee: 5000 Christbäume und ein Standl, wo man Kartoffeln kaufen kann.“

Gerhard Malleck, 64: „Ein christlicher Stand mit Infos und Produkten aus den regionalen Klöstern.“

Daniela Schnettgen, 26: „Die vielen regionalen Künstler und Handwerker sollen Platz haben.“

Bo Anicca, 35: „Die Stadt sollte investieren, anstatt zu versuchen zu kassieren. Es fehlt an Liebe und Phantasie.“

Julia Buchebner, 25: „Angebote zum Selber machen schaffen eine Atmosphäre der Gemeinschaftlichkeit.“

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