Erstellt am 24. Juli 2015, 06:21

Sonntagberg als „Barockjuwel und Pilgerziel“. Franz Überlacker über seine persönliche Beziehung zum Sonntagberg.

Franz Überlacker veröffentlichte den Bildband »Sonntagberg. Vom Hirtentraum zum Wallfahrtsort«.  |  NOEN, privat

Auch wenn ich seit Kindertagen von meinem Wohnort aus von Weitem täglich die Sonntagberger Kirche sehen kann, machte ich doch erst wirklich mit dem Sonntagberg flüchtige Bekanntschaft bei der Wallfahrt der Maturanten des Jahrgangs 1952. In den folgenden Jahren war uns die prächtige Kirche so ans Herz gewachsen, dass wir darin unsere Trauung feierten.

Dissertation über die Geschichte der Wallfahrt

Bald lernte ich den Sonntagberg über seine Geschichte noch besser kennen: Ich schrieb – vor mehr als 50 Jahren – eine Dissertation über die Geschichte der Wallfahrt auf den Sonntagberg. Auf der Suche nach Quellenmaterial kehrte ich des Öfteren im Sonntagberger Pfarrhof ein.

Bei jedem Rundgang durch die Dreifaltigkeitskirche war an Altären und Bildern, an Farben und Symbolen Neues zu entdecken. Neben der Wallfahrt bezog ich auch die faszinierende Architektur Jakob Prandtauers und die großartigen Fresken Daniel Grans in das Buch „Sonntagberg. Vom Zeichenstein zur Basilika“ ein.

Auch später suchte ich in mehreren Aufsätzen das öffentliche Interesse am Sonntagberg wachzuhalten. Zahlreiche Votivbilder und wundersame Relikte in der Schatzkammer waren für mich stumme Zeugen für die Opferbereitschaft vieler Wallfahrer. Vor dem Jubiläumsjahr 2014 ermunterte mich Pfarrer P. Franz Hörmann mit der Bitte „Do müss ma was tuan“, die Geschichte des Wallfahrtsorts ausführlich darzustellen.

Eindrucksvolle musikalische Veranstaltungen

Daraus entstand der Bildband „Sonntagberg. Vom Hirtentraum zum Wallfahrtsort“. Durch die Herausgabe dieses Buches verstärkten sich meine engen Beziehungen zum Sonntagberg. Oft ging ich mit den Wallfahrern unserer Pfarre den Berg hinauf und gern besuchte ich eindrucksvolle musikalische Veranstaltungen.

Es beeindruckt mich immer wieder, wie Pilger und Kirchenbesucher staunend den weihevollen Innenraum der Basilika betrachten, sich Zeit zum Beten nehmen und den Blick in die Kulturlandschaft unseres Mostviertels genießen.

Auch mir sind die Bemühungen um die Belebung der Wallfahrt und die Renovierung der Basilika ein drängendes Anliegen. Der Sonntagberg braucht unsere großzügige Unterstützung, damit das markante Wahrzeichen unseres Landes die spirituelle Ausstrahlung bewahren und bald wieder in vollem Glanz erstrahlen kann.


In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort. Wer seine Geschichte ebenfalls in der NÖN erzählen möchte, kann sich unter redaktion.ybbstal@noen.at oder unter 07442/52202 melden.

Nächste Termine: Im Juli und August findet jeden Sonntag um 12 Uhr der Orgelmittag in der Basilika am Sonntagberg statt.