Erstellt am 06. Mai 2015, 05:55

LH-Stv. Sobotka: „Ein Symbol des Heimkommens“. Folghe II: Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka über seine Beziehung zum Sonntagberg.

Wolfgang Sobotka  |  NOEN, zVg

Für mich als Waidhofner hatte der Sonntagberg immer eine große Bedeutung. Ich sah ihn nicht nur jeden Tag, sondern ich pilgerte als Kind mit meiner Oma mindestens einmal im Jahr dorthin. Am Ziel angekommen, faszinierte mich die Sage vom Hirten, der dort versteinert sitzt. Diese Sage und ,das Rosswunder‘ beim ,Türkenbründl‘ erweckten in mir den Eindruck, dass dieser Berg etwas Besonderes ist.



Natürlich beeindruckte mich die Monumentalität der Kirche und da wieder die Fresken. Besonders das Bild, wo die Schlange das Buch durchbeißt – das Symbol für Martin Luther – hatte für mich die größte Anziehungskraft. Mit etwa 15 Jahren bekam dann der Sonntagberg eine ganz andere Bedeutung, nämlich als musikalisches Zentrum. Bereits in diesem Alter durfte ich mit den Allhartsbergern bei der Gestaltung des Hochamts am Dreifaltigkeitssonntag mitwirken. Es folgten Konzerte und bald hatte sich die musikalische Bedeutung ins Zentrum geschoben.

Mindestens einmal im Jahr gestaltet das Waidhofner Kammerorchester ein Konzert in der Basilika. Für mich ist der Sonntagberg auch ein Symbol des ,Heimkommens‘. Wenn ich nach einer längeren Reise von der Autobahn abfahre und den Sonntagberg erblicke, weiß ich, jetzt bin ich wieder daheim.

Natürlich interessiert mich dieser Berg auch historisch. Der Sonntagberg war wahrscheinlich einer der ersten Erzberge der Gegend. Es wurden sogar Reste von slawischen Rennöfen gefunden. 1982 organisierte ich als Waidhofner Stadtarchivar eine Ausstellung über die Türkeneinfälle, wo natürlich auch die Ereignisse am Sonntagberg beim Türkenbründl eine wichtige Rolle spielten.

Heute ist für mich das spirituelle Baudenkmal ganz wichtig, weil der Sonntagberg sicher auch ein Symbol unserer christlichen Geisteshaltung und Kultur ist, die das ganze Land geprägt hat. Erst in letzter Zeit habe ich auch die Faszination des Pilgerns erfahren. Besonders tief empfinde ich dabei das Gefühl des Ankommens.

Am eindrucksvollsten ist der Blick auf den Sonntagberg im Herbst von Windhag aus, wenn im Tal dichter Nebel liegt und nur die Basilika quasi auf den Wolken schwebt. Ich bezeichne ihn daher auch gerne als Arche Gottes.

In der Serie „Mein Sonntagberg“ präsentiert die NÖN ganz persönliche Geschichten über den Wallfahrtsort.


Aktuelle Termine

Am Tag der NÖ Musikschulen, am Freitag, 8. Mai, um 18 Uhr musizieren junge Künstler aus den Musikschulverbänden Waidhofen/Ybbstal, Allhartsberg-Kematen-Sonntagberg, Carl Zeller und Mostviertel bei einem Benefizkonzert für die Basilika am Sonntagberg.