Money makes the world go round. Ninika Schrey besucht ein halbes Jahr eine High School. Auf ybbstal.NÖN.at berichtet die HAK-Schülerin von den Vorbereitungen und ihren Erfahrungen in den USA.

Erstellt am 10. Februar 2016 (18:18)
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NOEN, zVg
Bisher war ich der Meinung, dass nur Menschen mit regelmäßigem Einkommen, wie Lohn/Gehalt/Rente, eine Kreditkarte haben können. In Österreich kenne ich niemanden, der mit 15 Jahren schon eine eigene Kreditkarte hat. Aber seit Dezember 2015 habe sogar ich eine VISA-Karte in meiner Geldbörse.

Bisher habe ich eine Kreditkarte nicht unbedingt benötigt. Ich habe eine EC-Karte meiner Bank (mit Maestro-Funktion), mit der ich Geld am Bankomat abholen kann, solange ich Geld auf meinem Konto habe. Das funktioniert auch in zahlreichen Ländern.  Ich kann auch in vielen Geschäften damit bezahlen. Für kleinere Ausgaben habe ich Bargeld eingesteckt. In der Schule habe ich mehr als 10 Euro aber selten mit.

Fünf bis zehn US-Dollar hat wohl auch der durchschnittliche Schüler einer amerikanischen High School in bar eingesteckt (ein Dollar sind ungefähr 90 Euro-Cent). Das reicht locker für einen saftigen Hamburger mit einer knackigen Portion Salat und einem leckeren Donut.

 In den USA verwende ich  aus Kostengründen beide Bankkarten, da die Wechselkurse und Gebühren unterschiedlich sind: die EC-Karte zum Geldabheben an den ATM (so heißen hier die Bankomaten) und eine VISA-Karte zum Bezahlen. Ohne Kreditkarte kommt man in Amerika nicht weit. 

Außerdem steht mir ein höherer Geldrahmen als Sicherheitspolster zur Verfügung. Fast alle Einkäufe, selbst bei Beträgen von ein bis zwei Dollar, werden von US-Staatsbürgern selbstverständlich mit Kreditkarte bezahlt.

Lukas, der Jugend-Betreuer der Raiffeisenbank Ybbstal, hatte mir auch gesagt, dass es gut ist, Dollarscheine mit niedrigen Werten bei sich zu haben, da viele Geschäfte Scheine von 50 $ und höher nicht annehmen. Bei meinem ersten Bezahlen mit der Kreditkarte war für mich noch alles sehr ungewohnt. Die Verkäuferin bei Walmart hat den Rechnungsbetrag eingegeben und meine Kreditkarte wurde durch den Lese-Schlitz gezogen.

Danach habe ich mit einem elektrischen Stift auf dem Mini-Bildschirm unterschrieben. Die Frau an der Kasse verlangte noch eine ‚Picture-ID‘ von mir. Nachdem ich ihr meinen Reisepass gezeigt hatte, gehörten die gekauften Schulsachen mir.

Interessant finde ich die Bezeichnung der amerikanischen Münzen. Wer weiß schon wieviel Geld hinter den Begriffen Dime, Quarter,  Penny und Nickel steckt? Es sind die Spitznamen für die Geldstücke: 1 Cent (Penny), 5 Cent (Nickel), 10 Cent (Dime) und 25 Cent (Quarter).

US-Amerikaner lieben Spitznamen. Auch die ‚Greenbacks‘ (die Dollarscheine sind auf der Vorderseite schwarz-weiß und auf der Hinterseite grün-weiß) haben ihre Spitznamen. Sie werden nach den amerikanischen Präsidenten (Ausnahme ist der 10 $-Schein; Alexander Hamilton war der erste Schatzmeister der USA) benannt, deren Gesichter auf den Dollarnoten abgebildet sind.

So kennt hier jedes Kind George Washington (1 $), Abraham Lincoln (5 $), Andrew Jackson (20 €), Ulysses S. Grant (50 $) und natürlich Benjamin Franklin (100 $). Den Benjamin Franklin möchte einerseits jeder gerne haben, aber wird wegen der Fälschungsgefahr in den Geschäften nicht gerne angenommen. Schon sehr  seltsam!

Nun nach mittlerweile vier Wochen in Helena habe ich schon häufig mit der Kreditkarte bezahlt. Ich habe auch schon die erste Kreditkarten-Abrechnung bekommen. Die einzelnen Umsätze werden zum jeweiligen Tageskurs berechnet und auch Gebühren abgebucht. Mit meiner Kreditkarte fühle ich mich schon etwas unabhängiger als bisher.

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