Obdachloser Deutscher ist tatverdächtig. Fast genau zwei Monate nach dem Mord an einer 52-jährigen Oberösterreicherin beim EKZ-West in Greinsfurth wurde der mutmaßliche Mörder festgenommen. Das Kapitalverbrechen geschah am 28. Mai, am 29. Juli klickten in Haag die Handschellen.

Von Gila Wohlmann und Hermann Knapp. Update am 31. Juli 2019 (14:27)
APA/fotokerschi.at/Kerschbaummayr
Der Ort, an dem die Leiche gefunden worden ist, aufgenommen am Mittwoch, 29. Mai 2019. Foto: APA/fotokerschi.at/Kerschbaummayr

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch in einer Pressekonferenz in St. Pölten bestätigt, dass ein 39-jähriger bislang relativ unbescholtener deutscher Staatsbürger (nur geringe Eigentumsdelikte) der Tat verdächtigt wird. Der Mann ist schon seit 2009 in Österreich und hat sporadisch auch immer wieder gearbeitet – im Gastrobereich.

Seit Oktober 2018 ging er aber keiner Beschäftigung mehr nach. In den letzten Monaten war der 39-Jährige aufgrund seiner prekären finanziellen Lage unterstandslos und hat in seinem Fahrzeug (dunkler PKW mit deutschem Kennzeichen) auf öffentlichen Plätzen gelebt.

Der mutmaßliche Täter stand mit dem Opfer in keinem Zusammenhang. Die Kriminalisten hatten nach intensiven Ermittlungen und Zeugenaussagen den 39-Jährigen offenbar schon seit einiger Zeit im Visier. Da er unsteten Aufenthalts war, war es aber schwierig seiner Habhaft zu werden. Am Nachmittag des 29. Juli wurde er im Bereich Haag festgenommen. Dem Mann konnte von den Ermittlern auch nachgewiesen werden, dass er sich zur Tatzeit im Bereich des Tatortes Greinsfurth aufgehalten hat.

Der Beschuldigte ist nicht geständig und will auch zum Tatablauf nichts sagen. Ein Abgleich seines DNA–Profils mit den am Tatort aufgefundenen und mit Sicherheit vom Täter stammenden DNA-Spuren verlief jedoch positiv.

Der Deutsche wurde im Beisein eines Verteidigers niederschriftlich vernommen. Er bestreitet jegliche Tatbeteiligung und wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft St. Pölten in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert.

Gatte und Tochter fanden die Leiche

Da das Opfer, eine zweifache Mutter und Supermarkt-Filialleiterin, am 28. Mai, nicht von ihrem Dienst nach Hause gekommen war, erstattete ihr Gatte Anzeige. Gemeinsam mit einer seiner Töchter fand er die Vermisste tot einem Gebüsch nahe ihrer Arbeitsstelle auf. Das Fahrzeug der Frau, ein weißer Opel, war in unmittelbarer Nähe des Tatortes abgestellt worden.