400 Schüler in Quarantäne. 20 Klassen in den Pflichtschulen der Bildungsregion Mostviertel aufgrund von Covid-Fällen geschlossen. Auswertung der Tests durch Firmen mangelhaft. Zum Teil wurden Tests bei Schulen gar nicht abgeholt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. September 2021 (02:37)
Klassenzimmer bleiben vielfach leer
Klassenzimmer bleiben vielfach leer
APA (Archiv)

Die erste Schulwoche ist überstanden, schon sind in der Bildungsregion Mostviertel, die sich aus den Bezirken Amstetten, Waidhofen, Scheibbs und Melk zusammensetzt, 400 Schüler von der Gesundheitsbehörde in Quarantäne geschickt worden, weil in 20 Klassen Kinder positiv auf Corona getestet wurden. Die Kinder dürfen ihre Wohnung bis auf Weiteres nicht verlassen.

„Es kommen damit bei diesem Wetter auch viele gesunde Kinder nicht in die Schule. Besonders schmerzlich ist das, wenn es eine erste Klasse Volksschule betrifft, wo die Eingangsphase damit nach drei Tagen gleich wieder unterbrochen ist“, sagt der Leiter der Außenstelle in der Bildungsregion, Josef Hörndler. „Das ist für mich nicht einsichtig, dass bei nur einem positiven Fall gleich die ganze Klasse separiert wird.“

Probleme mit den externen Testfirmen

Hörndler will darauf dringen, dass hier eine Veränderung vorgenommen wird. „Wir wollen die Kinder in der Schule haben. Erst wenn mehrere Kinder Corona-positiv sind, soll man zum Mittel einer Quarantäne greifen“, schlägt Hörndler vor. Das mehrmalige Testen pro Woche ist in der ersten Schulwoche jedenfalls klaglos abgelaufen. Das bestätigt Hörndler: „Die Schulen waren gut auf den Schulstart vorbereitet, die Antigen-Testungen verliefen völlig problemlos.“

Allerdings gab es bei den erstmalig durchgeführten PCR-Tests Probleme. Die Abholung, Auswertung und Ergebnismeldung, die von einer externen Firma durchgeführt wurden, funktionierten an zahlreichen Standorten nicht zufriedenstellend. Die Auswertungen hätten die Schulen vor 7 Uhr in der Früh erreichen sollen, um etwaige positiv getestete Schüler erst gar nicht wieder in die Schule zu lassen. Die Ergebnisse lagen auch an manchen Schulen im Bezirk in der Früh nicht vor, oder die Tests waren erst gar nicht abgeholt worden. „Hier besteht Verbesserungsbedarf“, sagt Hörndler.

440_0008_8177078_ybb37_sqm_hoerndler.jpg
Josef Hörndler will, dass Klassen erst bei mehren Covid-Fällen geschlossen werden.
LL

Der Anstieg von Schulabmeldungen in den Hausunterricht führte dazu, dass vielen Schulen zu Schulbeginn Kinder fehlten. „Die Situation ist aber nicht dramatisch, es gibt einzelne Standorte, wo Klassen zusammengelegt wurden“, sagt Hörndler. Da die Heimlerner zu Schulschluss Externistenprüfungen ablegen müssen, werden derzeit weitere Externistenprüfungsschulen fixiert. Auch wird künftig genauer darauf geschaut werden, wie der Unterricht zu Hause organisiert wird. Die Einrichtung von privaten Lerngruppen oder das Zusammenschließen von Lernenden zu Lerngemeinschaften ist laut Schulstätten-Errichtungsrichtlinie illegal. „Eine Begleitung des häuslichen Unterrichts wird immer wichtiger, um sicherzustellen, dass Kinder beim Lernen nicht aus der Struktur fallen“, sagt Hörndler.

Trotz generellen Lehrermangels ist es in der Region gelungen, alle Pflichtschulen gut mit Pädagogen auszustatten. 120 Neuanstellungen ersetzen pensionsbedingte Abgänge und Karenzierungen. „Während des Schuljahres kann es aber aller Voraussicht nach durch Schwangerschaften, Erkrankungen und Pensionierungen zu einem Engpass kommen“, sagt Hörndler.

Er wartet mit dem Vorschlag auf, vermehrt Studenten in Form von Praxissemestern sowie Zivildiener und Freiwillige in Sozialjahren zur Unterstützung der Lehrer einzusetzen. Was Schulveranstaltungen betrifft, laufen derzeit Wien-, Sportwochen, Freigegenstände und unverbindliche Übungen, aber es wurden auch schon erste Veranstaltungen abgesagt.

Umfrage Amstetten/Haag

  • Soll die Quarantäne für Schüler auf fünf Tage verkürzt werden?