Ex-SPÖ-Mitglied weiterhin Gemeinderat. Der des Kindesmissbrauchs verdächtige 57-jährige Mann aus dem Bezirk ist nach wie vor Gemeinderat.

Von Hermann Knapp. Erstellt am 01. Februar 2018 (10:43)
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NÖN.at berichtete

Die SPÖ hat ihn zwar aus der Partei ausgeschlossen, kann ihm aber nicht den Sitz im Gremium entziehen. Er ist nun ein „wilder“ Gemeinderat. Ein Ausschluss ist erst nach einer rechtskräftigen Verurteilung möglich.

Ein Gemeinderat verliert sein Mandat aber auch dann, wenn er drei Mal hintereinander unentschuldigt einer Gemeinderatssitzung fernbleibt.

"Man glaubt einen Menschen zu kennen"

Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde ist selbst erschüttert: „Man glaubt einen Menschen zu kennen und kennt ihn dann doch nicht wirklich“, sagt er. Auch unter der Bevölkerung im Ort herrsche Betroffenheit und Unverständnis. „Wenn die Vorwürfe sich bewahrheiten, muss ihn die ganze Härte des Gesetzes treffen“, sagt der Ortschef.

Sehr verärgert ist er über Medienberichte, dass die Sache womöglich aus politischen Gründen bis nach den Wahl geheim gehalten worden sei. „Das ist kompletter Schwachsinn. Die Polizei hat ganz normal ihre Ermittlungen durchgeführt und dann Informationen an die Presse gegeben. Zudem gilt ja bis zur Verurteilung die Unschuldsvermutung.“

Die SPÖ hat den Verdächtigen bereits aus der Partei ausgeschlossen: „Aufgrund der schweren Vorwürfe war das die einzige Option“, sagt Bezirksparteiobfrau Ulrike Königsberger-Ludwig. Auch sie ist „entsetzt. Ich kenne ihn ja schon seit vielen Jahren. Es ist unvorstellbar, aber man kann in einen Menschen eben nicht hineinschauen. Mein Mitgefühl gilt natürlich der Familie.“