Gedanken eines Ungeimpften: „Tagtäglich Ängste“

Erstellt am 14. Februar 2022 | 06:06
Lesezeit: 3 Min
Coronavirus Corona-Impfung Impfung Symbolbild
Symbolbild
Foto: LookerStudio/shutterstock.com
Seit 5. Februar ist die Impfpflicht in Kraft. Die NÖN sprach dazu mit einem Ungeimpften über seine persönliche Gefühlswelt.
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Mit Montag der Vorwoche endete der Lockdown für Ungeimpfte. Ab 12. Februar fällt die 2G-Regel im Handel und mit 19. Februar können Ungeimpfte – wenn getestet – auch wieder Lokale besuchen. „Endlich“, sagt ein Ungeimpfter aus dem Mostviertel, der anonymisiert im NÖN-Gespräch seine Gefühlswelt der vergangenen fast vier Monate schildert. „2G hat uns seit November vom normalen Leben ausgeschlossen. Kein Friseurbesuch, keine Möglichkeit für eine Mittagspause in einem Lokal, kein Einkauf beim regionalen Handel. Selbst für Anzündholz im Baumarkt brauchte es eine Genehmigung. Ganz bitter war es auch für unsere Tochter. Kino, Eislaufen, ein Pizzeria-Besuch und vieles mehr waren für sie nicht erlaubt. Das sind Verletzungen der menschlichen Würde, die auf Dauer sehr tief gehen“, schildert er seine Enttäuschung über politische Maßnahmen, die er für die Bekämpfung der Pandemie weder verhältnismäßig sieht, noch zielführend.

Dabei will er klarstellen, dass er keineswegs ein Corona-Leugner sei. Auch kein grundsätzlicher Impfgegner. Aber er stehe dieser speziellen Impfung sehr kritisch gegenüber, ganz besonders dem kollektiven Zwang. Weil sich für ihn das Versprechen von der „Vollimmunisierung“ als falsch herausstellte, Impfschäden ebenso wenig thematisiert werden wie mögliche Langzeitfolgen. „Die Angst, die Wut, sich nicht wehren zu können, die Hilflosigkeit, die Herabwürdigung im Alltag - all das belastet die Psyche enorm, tagtäglich. Und das, wo ich gesund durch die schwere Zeit gekommen bin und alle Maßnahmen mitgetragen habe“, fühlt sich der Mostviertler von vielen Seiten im Stich gelassen.

Weiter am Ende der Impftabelle

Übrigens: Die vier Mostviertler Bezirke sind weiterhin Schlusslicht bei der Impfquote in NÖ: Im Bezirk Scheibbs haben nur 62,55 Prozent der Bevölkerung ein aktives Impfzertifikat, in Waidhofen/Ybbs 63,97 Prozent, in Melk 64,18 Prozent und in Amstetten 64,30 Prozent. Der NÖ-Wert: 71,29 Prozent.

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