Nationalratswahl: „Wollen zweites Mandat“. Bürgermeister Alois Schroll geht als Listenplatzzweiter für die SPÖ im Mostviertel in den Wahlkampf. Er fordert etwa 30 zusätzliche Polizisten für den Bezirk Melk.

Von Daniela Führer. Erstellt am 15. September 2017 (04:48)
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Der Ybbser Bürgermeister Alois Schroll spricht sich dafür aus, die Planstellen in Polizeiinspektionen nicht mehr nach Köpfen, sondern nach Vollzeitäquivalenten zu besetzen, da auch Polizistinnenen in Karenz einen Planposten besetzen. Bei der täglichen Polizeiarbeit fehlen die Einsatzkräfte dann.
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„Wir wollen ein zweites Mandat für das Mostviertel. Nur wenn wir stärker werden, können wir unser Programm, den Plan A, umsetzen“, erklärt Alois Schroll, Bürgermeister von Ybbs und SPÖ-Spitzenkandidat für den Bezirk Melk. Sein Name steht auf Listenplatz 2 der SPÖ im Wahlkreis 3c im Mostviertel – hinter Nationalrätin Ulrike Königsberger-Ludwig aus Amstetten, die mit einem gut abgesicherten Nationalratsmandat, dem einzigen der SPÖ im Mostviertel,in den Wahlkampf zieht.

Beim Pressegespräch am Dienstag der Vorwoche skizzierten die SPÖ-Spitzenkandidaten der Bezirke Amstetten, Scheibbs und Melk gemeinsam mit Bundesministerin und SPÖ NÖ Spitzenkandidatin Sonja Hammerschmid Themen, denen sie sich in der Region im Speziellen widmen wollen. Bürgermeister Schroll betonte dabei, dass ihm die Sicherheit für den Bezirk Melk besonders am Herzen liege. „Die SPÖ fordert österreichweit 2.500 Polizistinnen und Polizisten mehr. Für den Bezirk Melk wären das zusätzlich 30 Planstellen“, sagt Schroll. Außerdem sei es ein Problem, dass die Planstellen in den Polizeiinspektionen zwar allesamt als besetzt gelten, aber in der täglichen Polizeiarbeit fehlen viele Einsatzkräfte, denn – vorwiegened weibliche – Polizisten haben auch in ihrer Karenz einen Planposten inne. „Daher setze ich mich dafür ein, dass die Planstellen nicht mehr auf Köpfe, sondern auf Vollzeitäquivalente besetzt werden“, sagt der SPÖ-Listenplatzzweite.

Die Themen Familie und Bildung seien dem Ybbser Bürgermeister ein weiteres großes Anliegen für den Bezirk: Er tritt für Ganztageskindergärten und Krabbelstuben sowie einen Rechtsanspruch darauf für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ein. „Damit Frauen sich für Familie, Kinder und Beruf entscheiden können“, sagt Schroll.

Wichtig sei der SPÖ auch der Ausbau von verschränkten Ganztagesschulen in der Region, also von Schulen, in denen sich Unterricht und Freizeit abwechseln und an die Aufmerksamkeitsspannen der Kinder anpassen. Diese Form gibt es im Mostviertel nur in den Volksschulen Waidhofen/Ybbs und Wieselburg. Ziel sei es jedoch, bis 2025 für jedes Kind in maximal 20 Kilometern Entferung zum Wohnort ein Angebot für einen ganztägigen Schulplatz zu schaffen.

Eine Mindestlohnsicherung, die Ausbildungsgarantie bis 25 Jahre und eine aktive Arbeitsmarktpolitik zu forcieren, sei zudem notwendig, um Existenzen zu sichern. Weitere Anliegen der SPÖ betreffen leistbaren Wohnraum, speziell für junge Menschen. Konkret forcieren die Sozialdemokraten die Umsetzung der SPÖ-Forderung „5x5 Wohnen“, das heißt, jungen Menschen von 18 bis 30 Jahren soll es ermöglicht werden, für fünf Jahre zu maximal fünf Euro Brutto-Miete pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten in einer eigenene Wohnung zu leben.