Mostviertler Zuchtrinder sind im Export gefragter denn je

Erstellt am 14. August 2012 | 00:00
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RINDERZUCHT / Ein hochrangiger türkischer Besuch in Österreich und im Bezirk Amstetten interessierte sich für heimisches Zuchtvieh aller Rassen.
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VON HERIBERT HUDLER

YBBSTAL, BEZIRK / Vor einigen Wochen besuchten der Vorstand und das Generalsekretariat des türkischen Rinderzuchtverbands GenTÜRK Österreich und da vor allem das Mostviertel, um sich über den hohen Standard heimischen Zuchtviehs aller Rassen zu informieren.

Es wurde eine längerfristige fachliche Kooperation vereinbart, um mit den genetisch hochwertigen österreichischen Zuchttieren eine nachhaltig wirksame Rinderzucht in der Türkei zu entwickeln.

Nach der Betriebsvorstellung des Zuchtbetriebs von Ökonomierat und ZAR-Obmann Anton Wagner in Sonntagberg stellte Gerlinde Halbartschlager (Zuchtberaterin NÖ Genetik) den züchterischen Teil am Betrieb den Teilnehmern vor. Vor allem Fragen zur Milchproduktion, Fütterung und Zucht wurden diskutiert. Bedingt durch die sommerliche Hitze konnten sich die Delegationsmitglieder davon überzeugen, dass Fleckvieh unter den verschiedensten Voraussetzungen bestens zur Produktion von Milch und Rindfleisch geeignet ist. Die türkische Delegation war an der Organisationsstruktur der österreichischen Rinderzucht verstärkt interessiert. Auch die Jungzüchterarbeit, die Aga-Khan-Stiftung Tadschikistan und deren österreichischer Partner hope?87 einen Schwerpunkt in der Jugendarbeit standen zur Debatte.

Türkei entwickelt sich zum  wichtigsten Absatzmarkt

„Die Türkei ist aktuell das Exportland Nummer eins, das sowohl bei der Menge (63 %) als auch beim Preis derzeit den Ton angibt. So wurden von Jänner bis Juni fast 12.400 Rinder zum Herdenaufbau an den Bosporus geliefert“, sagt Wagner.

Der ZAR-Obmann betonte in diesem Zusammenhang, dass diese positive Entwicklung nur durch die Zusammenarbeit mit der Veterinärabteilung des Bundesministeriums für Gesundheit, mit dem Lebensministerium, den Exporteuren und den ZAR-Mitgliedern möglich geworden ist.

„Die Abhängigkeit von einem derart großen Kunden birgt allerdings auch ein gehöriges Risiko. Sollten hier politische oder veterinäre Probleme auftreten, sind die Auswirkungen verheerend. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist man seitens der Rinderzucht bemüht, sowohl historische Märkte zu pflegen als auch neue Zukunftsmärkte zu öffnen. So gibt es einige GUS-Staaten, die reges Interesse an heimischem Zuchtvieh zeigen und die man bis dato kaum bedient hat“, sagt Wagner.

„Die Rinderwirtschaft im Bezirk Amstetten hat im Bundesverband einen kleinen Anteil, wird aber von schlagkräftigen Zucht- und Milchwirtschaftsbetrieben geprägt. Nicht zuletzt haben Züchter unseres Bezirks bei Bundesrinderschauen erste, zweite und dritte Plätze erreicht“, sagte Landtagsabgeordneter Anton Kasser und betonte, dass Herkunft auch Zukunft habe. „Der Masterplan zur Weiterentwicklung der Rinderwirtschaft als Herzstück der heimischen Kulturlandschaft im ländlichen Raum und für eine nachhaltige Verankerung in der GAP wird im kommenden Jahr mit Nachdruck gefordert“, erklärt ZAR-Obmann Anton Wagner nach dem türkischen Besuch abschließend.

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