Müll: Alles auf Schiene

Erstellt am 13. September 2011 | 00:00
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LOGISTIK / 150.000 Tonnen Rest- und Sperrmüll wurden seit 2004 umweltfreundlich per Bahn zur Verbrennung transportiert.
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Umweltverbandsobmann Anton Kasser, Stellvertreter Alfred Buchberger und Betriebsleiter Herbert Pils zeigen die riesigen Container, in denen der Restmüll zur Verbrennung nach Dürnrohr gebracht wird. Das Ladegewicht eines Behälters beträgt rund zwölf Tonnen. Eingespart werden allerdings „nur“ 1,36 Millionen Kilogramm CO2 - hier hat der Fehlerteufel zugeschlagen. HIRTENLEHNER
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VON HANNES HIRTENLEHNER

BEZIRK AMSTETTEN / Seit 2004 wird der gesamte Rest- und Sperrmüll aus dem Bezirk Amstetten per Bahn zur Verbrennung nach Dürnrohr befördert. Insgesamt wurden seither bereits 150.000 Tonnen Abfall von der zentralen Umladestation in Amstetten abtransportiert. Landtagsabgeordneter Anton Kasser, Obmann des regionalen Umweltverbandes, freut sich besonders über die ökologischen Vorteile des Transports auf der Schiene: „Wir haben uns verschiedene Systeme in Holland und Deutschland angeschaut. Nun konnten wir durch unsere umweltfreundliche Logistik im Vergleich zu Lkw-Transporten 1,36 Millionen Kilogramm CO2 einsparen. Das ist so, als ob die Bewohner einer Gemeinde mit 2000 Einwohnern seit 2004 kein einziges Mal mit dem Auto gefahren wären.“

Umladestation funktioniert  ohne „Schnickschnack“

 

Zusätzlich wird auch in Dürnrohr im Bezirk Tulln CO2 eingespart, weil dort seit 2004 nicht mehr Kohle, sondern Müll verbrannt wird. „Die Entscheidung für die Müllverbrennung war sicher richtig“, betont Kasser. Laut Betriebsleiter Herbert Pils ist die zentrale Umladestation in Amstetten eine technisch einfache, aber effiziente Anlage: „Auf Schnickschnack wurde hier ganz verzichtet.“ Zur zentralen Umladestation wird der gesamte im Bezirk gesammelte Restmüll per Lkw gekarrt. Dort wird der Abfall getrennt entleert, wobei der Restmüllanteil lose in einer Auffangwanne gelagert wird. Hydraulische Schieber und Fördereinrichtungen befüllen die sogenannte hydraulische Presse, die den Abfall schließlich in die Bahncontainer presst. Diese fassen zirka 28 Kubikmeter und werden mit einem Ladegewicht von rund zwölf Tonnen auf Bahnwaggons verladen.

In Dürnrohr wird der Müll dann in einem Rostfeuerungsofen bei Temperaturen bis 1200 Grad verbrannt. Die entstehende Energie wird zum Teil in einer Dampfturbine eines angrenzenden Kraftwerkes zur Stromerzeugung genutzt, die Abwärme wird als Fernwärme nach St. Pölten transportiert.

Übrig bleibt vom Müll ein Asche- und Schlackeanteil, der ein Zehntel des Müllvolumens umfasst. Dadurch wird Deponievolumen eingespart.

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